Beratung und Beschluss über die Kriterien der Wohnungsvergabe im Bauprojekt „Achter d´ Diek“
Stand der Beratung
Einstimmig beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 28. Februar 2019
Beschlossen — einstimmig
am 28. Februar 2019 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog beschließt, die Ausschreibung der 16 Wohnungen im Bauprojekt „Achter d´Diek“ wie folgt zu gestalten: Durch die Verwaltung wurde eine Einteilung der Wohnungen nach Größe/Anzahl der Schlafzimmer in bestimmte Wohnungstypen (A - D) vorgelegt und durch den Rat akzeptiert. Da eine einheitliche Bewertung des Bewerberkreises immer wieder als sehr schwierig betrachtet wurde, sind folgende Regeln festgelegt worden: 1. Es ist nur eine „passgenaue“ Bewerbung auf die jeweiligen Wohnungstypen möglich. Für die Wohnungen des Typ A dürfen sich nur Einzelpersonen bewerben, für Typ B nur zwei Personen, für Typ C nur Familien mit mind. einem Elternteil und 1-2 Kinder und Typ D nur Familien mit mind. einem Elternteil und 2-4 Kinder. Ungeborene Kinder von Schwangeren zählen bereits als Kind. 2. Für die Wohnungstypen A und B wurde als Reihenfolge der Kriterien festgelegt: 2.1 Aufenthaltsdauer auf Spiekeroog mit 1. Wohnsitz (gerechnet nach Monaten) 2.2 Bei gleicher Aufenthaltsdauer wird der vorrangig bewertet, der eine Behinderung von mind. 50% und dem Buchstaben „G“ im Schwerbehinderten-Ausweis vorweist (je höher, desto vorrangiger) 2.3 Sollte auch hier Gleichstand bestehen, entscheidet das Los 3. Für die Wohnungstypen C und D wurde festgelegt: 3.1 Aufenthaltsdauer mit 1. Wohnsitz auf Spiekeroog (gerechnet nach Monaten) 3.2 Bei gleicher Aufenthaltsdauer wird der vorrangig bewertet, der eine Behinderung von mind. 50% und dem Buchstaben „G“ im Schwerbehinderten-Ausweis vorweist (je höher, desto vorrangiger) 3.3 Ein Rückfall auf „Typ C“ ist möglich, wenn „Typ D“ besetzt ist und es sich bei den Bewerbern um eine Familie mit 2 Kindern handelt. Eine Einreihung erfolgt dann in alle Bewerber der Kat. „C“ 3.4 Sollte auch hier Gleichstand bestehen, entscheidet das Los Für das 1.-18.Lebensjahr wird die Aufenthaltsdauer zur Hälfte anerkannt. Ansonsten werden vom Stichtag (bei der Erstvergabe 31.12.2018) die Monate der Verweildauer voll berechnet. Es wird bei Familien, Lebenspartnerschaften, Wohngemeinschaften immer nur der Bewerber bewertet, der die längste Aufenthaltszeit auf Spiekeroog nachweisen kann. Es soll den Bewerbern eine Wohnung angeboten werden, die nach dem oben beschriebenen System (Pkt. 1-3) über die längste gemeldete Aufenthaltsdauer auf Spiekeroog verfügen. Schwerbehinderte mit einer Behinderung von mind. 50% und dem Buchstaben „G“ in ihrem Schwerbehinderten-Ausweis erhalten, wenn Sie bei der Erstvergabe der Wohnungen einen Zuschlag für eine Wohnung in ihrer beworbenen Kategorie bekommen haben, ein Erstzugriffsrecht. Die Verweildauer von Bewerbern, die länger als 10 Jahre nicht auf Spiekeroog gemeldet waren, wird erst ab dem Tag ihrer Rückkehr gerechnet. Sollte diese Abwesenheit kürzer als 10 Jahre gewesen sein, wird die Verweildauer nach dem oben beschriebenen System (Pkt. 1-3) vor und nach, aber nicht während der Abwesenheit gerechnet. Für sämtliche Ausschreibungen sind Personen ausgeschlossen , die ihren 1. Wohnsitz nicht auf Spiekeroog haben, ein melderechtlich beziehbares Eigentum auf Spiekeroog besitzen, gegen die ein Vollstreckungsersuchen über 100€ vorliegt, die keine oder eine negative Schufa-Auskunft (90% oder schlechter) vorlegen oder deren Jahreseinkommen nach Abzug der Jahreswarmmiete weniger als 2.400€ über dem ALG II-Satz liegt. Zudem sollen diejenigen ausgeschlossen werden, die innerhalb der letzten 10 Jahre vor der Bewerbung ihr Eigentum auf Spiekeroog verkauft haben. Die Bewertung durch das Entscheidungsgremium (RV Redelfs, RM Heusipp, RM Warenski) erfolgt öffentlich mit anonymisierten Bewertungsbögen. Diese Bögen erhalten von der Verwaltung eine Kennziffer, die dazu gehörigen Namen sind ausschließlich dem Bürgermeister und seinem Vertreter bekannt sind. Die Entschlüsselung erfolgt nach Erstellung der Rangliste. Nach dem Auszug eines Mieters wird die Verwaltung bevollmächtigt anhand dieser Kriterien, die zu vergebene Wohnung selbständig mit Nachmietern zu besetzen. RV Redelfs ist der Ansicht, dass in den bisherigen Beratungen die Alleinerziehenden nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Sie spricht sich dafür aus, dass Alleinerziehende sich auf die Wohnungstypen C und D bewerben dürfen, da diese auch zwei Schlafzimmer benötigen. Ausgiebig wird über den Status von Inselkindern diskutiert. Problematisch erachtet es die Mehrheit der Ratsmitglieder, dass volljährig gewordenen Inselkinder, die seit der Geburt auf der Insel leben, mit dann 18 Jahren, einen erheblichen Vorteil gegenüber Zugezogenen habe, die z.B. 15 Jahre auf der Insel leben und arbeiten. Der Rat verständigt sich daher darauf, dass für das 1.-18.Lebensjahr die Aufenthaltsdauer zur Hälfte anerkannt wird. Zudem wird die Verweildauer von Bewerbern, die länger als 10 Jahre nicht auf Spiekeroog gemeldet waren, erst ab dem Tag ihrer Rückkehr gerechnet. Sollte diese Abwesenheit kürzer als 10 Jahre sein, wird die Verweildauer vor und nach, aber nicht während der Abwesenheit gerechnet. So sollen z.B. Inselkinder, die kurzzeitig die Insel verlassen mussten, ihre zuvor „angesammelten Jahre“ nicht sofort verlieren. Bzgl. der Ausschlusskriterien bleibt der Rat bei der Meinung, Gründe für den Ausschluss festzulegen. Einzig der Nachweis über das Einkommen, soll dahingehend geändert werden, dass der Bewerber belegen muss, wie hoch sein Verdienst des gesamten letzten Jahres gewesen ist. Zudem sollen diejenigen ausgeschlossen werden, die innerhalb der letzten 10 Jahre vor der Bewerbung ihr Eigentum auf Spiekeroog verkauft haben. Schwerbehinderte mit einer Behinderung von mind. 50% und dem Buchstaben „G“ in ihrem Schwerbehinderten-Ausweis erhalten, wenn Sie bei der Erstvergabe der Wohnungen einen Zuschlag für eine Wohnung in ihrer beworbenen Kategorie bekommen haben, ein Erstzugriffsrecht.
(2 Beratungen insgesamt — finaler Beschluss aus dem Rat der Gemeinde Spiekeroog)
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDer Rat soll festlegen, nach welchen Kriterien die 16 neuen Gemeindewohnungen im Bauprojekt „Achter d'Diek
Einordnung
Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung (Liegenschaften), eingebracht zur Erstberatung im Verwaltungsausschuss und zur Beschlussfassung im Rat. Sie legt die Vergaberegeln für die neu entstehenden Gemeindewohnungen fest.
Hintergrund
Die Gemeinde errichtet das Wohnprojekt „Achter d'Diek
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Alle Insulaner:innen mit Hauptwohnsitz auf Spiekeroog, die eine Gemeindewohnung suchen, sind direkt betroffen. Die Kriterien entscheiden, wer sich überhaupt bewerben darf und wie Bewerbungen gegeneinander abgewogen werden. Wer bereits anderweitig mit eigenem Wohnraum auf der Insel versorgt ist oder keine ausreichende Bonität nachweist, ist von der Vergabe ausgeschlossen.
Die wichtigsten Punkte
- Nur Personen mit Hauptwohnsitz oder alleinigem Wohnsitz auf Spiekeroog dürfen sich bewerben
- Wer auf der Insel eigenes beziehbares Eigentum besitzt oder unzureichende Bonität hat, wird ausgeschlossen
- Die Wohnungsgröße soll zur Personenzahl des Haushalts passen; passende Belegung wird bei der Vergabe bevorzugt
- Bei gleicher Eignung entscheidet die Verweildauer auf der Insel
- Die Verwaltung erstellt eine anonyme Auswertungsmatrix und darf Nachmieter künftig eigenständig nach diesen Kriterien bestimmen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/001/2019
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8207 kB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Die Gemeinde vergibt eine frei gewordene Wohnung im Haus Achter d' Diek 5 A. Zwei Personen hatten sich beworben; nach den geltenden Vergabekriterien erhält die Person den Zuschlag, die seit am längsten mit Hauptwohnsitz auf Spiekeroog gemeldet ist. Der Rat soll der Auswahl der Verwaltung zustimmen und die Wohnung an Bewerber A vergeben.
Eine Gemeindewohnung im Noordertün 1 soll neu vergeben werden. Die Verwaltung hat nach internen Stellenbesetzungen keinen eigenen Bedarf mehr an der Wohnung. Die Freiwillige Feuerwehr (FFw) hat einen Kandidaten aus ihren Reihen vorgeschlagen, dem der Rat die Dauerwohnung (4 Zimmer, ca. 100 m²) zuweisen soll.
Die Gemeinde Spiekeroog startet den Prozess zur Erarbeitung einer Wohnraumstrategie. In der Sitzung stellt die Verwaltung zunächst die Ausgangslage und erste Leitlinien vor, um anschließend mit dem Rat über Ziele und Schwerpunkte bis 2035 zu diskutieren. Es geht darum, welche Instrumente und welche Rolle die Gemeinde künftig nutzen will, um Dauerwohnraum zu sichern.
Die Gemeinde Spiekeroog will die Vergabekriterien für kommunale Mietwohnungen aktualisieren. Damit wird festgelegt, nach welchen Regeln Insulaner:innen Zugang zu gemeindeeigenem Wohnraum erhalten. Ein konkreter Beschlussvorschlag ist aus dem Titel nicht bekannt.