Beratung Beschluss über eine Resolution zum Thema „LNG Terminal in Wilhelmshaven“
Stand der Beratung
Mehrheitlich beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 26. Januar 2023
Beschlossen — mehrheitlich
am 26. Januar 2023 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog beschließt die Resolution zum Thema „LNG Terminal in Wilhelmsaven“ und beauftragt den Bürgermeister, die Resolution zu unterzeichnen und an die Adressaten zu senden. Die angefügte Resolution ist Bestandteil des Beschlusses. RV Redelfs erläutert, dass der TOP in der letzten Ratssitzung bereits behandelt und auf die jetzige Ratssitzung vertagt wurde, damit der Inhalt der Resolution angepasst werden konnte. RM Goedecke sagt, dass nun gefordert würde, die Nutzungsdauer des LNG Terminals nicht automatisch auf 20 Jahre laufen sollte, sondern die Sachlage laufend überprüft werden sollte. Insbesondere das Spülen der Tanks mit Bioziden sollte dauerhaft überprüft werden, da eine regelmäßige Spülung mit Bioziden nicht notwendig wäre. Auch die Auswirkungen auf die Natur sollten regelmäßig und umfassend überprüft werden. RM JU Bellstedt sagt, dass sie mit dieser Resolution einverstanden wäre und dafür stimmen würde. RV Redelfs verliest zum Verständnis die beiden Appelle der Resolution. RM Breuer ist es wichtig mitzuteilen, dass seinerzeit aufgrund des Eilbeschlusses der Regierung eine Prüfung von Alternativen nicht möglich gewesen wäre. Daher fände er die Resolution wichtig, da damit zumindest nachträglich auf Alternativen hingewiesen würde. RV RV Redelfs weist zusätzlich auf eine mögliche Bedrohung der Inseln durch die Nutzung der LNG Terminals hin. Eine Resolution würde auf diese Besorgnis nochmals hinweisen. RM JO Bellstedt drückt seinen Respekt und sein Verständnis für den Einsatz einer Resolution. Aber nach seiner Ansicht habe die Regierung den NLWKN zur Überprüfung der Gefährdungen eingesetzt und der NLWKN habe nach sorgfältiger Prüfung festgestellt, dass keine messbaren Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten wären. Zusätzlich wurde von den Umweltverbänden Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, was sicher seine Richtigkeit hätte. Daher sähe er keinen Handlungsbedarf beim Rat. Er würde daher gegen die Resolution stimmen, da es zudem einen elementaren Grund gäbe, weshalb die Terminals eingerichtet wurden. RV Redelfs sagt abschließend, dass es ein berechtigtes Anliegen wäre, das durchgeführte Beschleunigungsverfahren zu kritisieren. Und es sei sicher auch richtig, die Energie Versorgung sicherzustellen. Aber das eine dürfe das andere nicht ausschließen, daher sei die Resolution ein berechtigtes Mittel.
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDer Rat der Gemeinde Spiekeroog soll eine Resolution gegen den Betrieb von LNG-Terminals (Flüssiggas-Importanlagen) in der Jade bei Wilhelmshaven beschließen. Die Resolution richtet sich an Bundeskanzler, Bundesumweltministerin sowie Niedersächsischen Ministerpräsidenten und Umweltminister. Hauptsorgen sind die langfristige Bindung an fossile Energieträger bis 2043 und die Einleitung von Bioziden ins Wattenmeer durch das Schiff „Höegh Esperanza
Einordnung
Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung, Folgeberatung nach vertagter Erstdiskussion vom 15. Dezember 2022 mit überarbeiteter Resolution als Anlage.
Hintergrund
Die Bundesregierung hat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine LNG-Terminals beschleunigt in Betrieb genommen, darunter das schwimmende Terminal 'Höegh Esperanza' in der Jade bei Wilhelmshaven. Das Schiff nutzt Biozide zur Kühlwasserbehandlung; die Betriebsgenehmigung läuft bis 2043. Spiekeroog liegt im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und ist als Nordseeheilbad auf den Schutz dieser Umgebung angewiesen.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Die Insulaner:innen befürchten wirtschaftliche Schäden, wenn Biozide ins Wattenmeer gelangen und den Ruf der Insel als Naturheilbad beschädigen. Tourismus, Erwerbsfischerei und Kleinunternehmen wären betroffen. Zudem sieht der Gemeinderat die Insel durch Meeresspiegelanstieg und häufigere Sturmfluten als besonders gefährdet an.
Die wichtigsten Punkte
- Der Rat soll eine Resolution verabschieden und den Bürgermeister beauftragen, sie an Bund und Land zu senden
- Gefordert wird die schnellstmögliche Umrüstung der 'Höegh Esperanza' auf biozidfreie Prozesswasserbehandlung
- Solange Biozide eingesetzt werden, sollen Behörden regelmäßig das Verbreitungsgebiet auf Rückstände prüfen
- Die Betriebsgenehmigung des Terminals soll mindestens alle zwei Jahre auf ökologische Zweckmäßigkeit geprüft werden
- Die Resolution wurde nach kontroverser Ratsdebatte vom 15. Dezember 2022 überarbeitet und erneut vorgelegt
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/011/2023
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 2 Dokumente
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (2)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8195 kB
- 📄Resolution LNG Gemeinde Spiekeroog 17.01.2023PDF; CHARSET=UTF-8240 kB
Beratungsfolge
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Die Gemeinde Spiekeroog schließt eine Vereinbarung mit der Nationalparkverwaltung ab. Details zu Inhalt, Umfang und konkreten Regelungen liegen nicht vor, da kein Dokument beigefügt ist.
Ratsmitglied Warenski beantragt, dass die Gemeinde Spiekeroog einen detaillierten Fragenkatalog zum Evaluierungsbericht des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer (2013) offiziell beim Niedersächsischen Umweltministerium einreicht. Der Fragenkatalog thematisiert mögliche Einschränkungen für Insulaner:innen — etwa bei Hafenzugang, Jagd, Beweidung, Kitesurfen und Strandnutzung. Außerdem soll die Gemeinde eine öffentliche Pressemitteilung zu ihrer Position herausgeben. Die Vorlage soll Umweltausschuss, Verwaltungsausschuss und Rat durchlaufen.
Die Gemeinde Spiekeroog kann keine eigenen Schilder mit dem Hinweis „Dünen nicht betreten