Ein Bauvorhaben am Noorderloog 2 hat sich durch Winterwetter und unvorhergesehene Schäden an einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1902 verzögert. Der Eigentümer beantragt eine Ausnahme von der gemeindlichen Bauzeitenregelung, damit Rest- und Aufräumarbeiten bis zum 11. Juni 2026 fortgeführt werden können. Die Gemeinde soll diese Ausnahme gemäß ihrer Lärmschutzverordnung genehmigen, unter der Auflage, Ruhezeiten einzuhalten und Beeinträchtigungen auf das unvermeidbare Maß zu begrenzen.
Umwelt & Naturschutz
Nationalpark, Watt, Dünen, Energie, Müll, Trinkwasser.
Spiekeroog gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Naturschutz ist nicht Beiwerk, sondern Grundlage des Tourismus und der Inselidentität. Salzwiesen, Dünen, Vogelschutzgebiete im Ostende und das umliegende Watt stehen unter besonderem Schutz.
Kommunalpolitische Themen sind Trinkwasserversorgung über die inseleigene Wasserwerk-Infrastruktur, Abwasser, Müllkonzepte (besonders in der Saison), Lichtverschmutzung am Inselrand und der Erhalt der Inselgrünflächen.
Die Linie zu Tourismus und Bauleitplanung ist fließend — viele Vorlagen berühren beides. Klima-Anpassung wird unter „Küstenschutz“ verhandelt.
Vorlagen
Die Verwaltung legt dem Rat eine Beschlussvorlage zur Überprüfung der geltenden Lärmschutzverordnung (SpLärmSchVO) vor. Konkrete Problemfelder sind die Bauzeiten (§ 5), ruhestörende Tätigkeiten im Freien und in Gebäuden (§ 6), Lärm aus Gaststätten (§ 8) sowie die Pyrotechnik-Regelung (§ 10). In dieser Sitzung soll keine neue Verordnung beschlossen, sondern nur der Überarbeitungsbedarf gemeinsam bewertet werden. Der Beschlussvorschlag beauftragt die Verwaltung anschließend, einen Entwurf für eine überarbeitete Fassung zu erarbeiten.
Im Zuge der Sanierung und Erweiterung des Hotels Inselfriede soll das Regenwasserentwässerungskonzept geändert werden. Statt einer unfallgefährdenden offenen Rinne wird eine erdverlegte Rohrleitung unter einer Gemeindestraße verlegt. Die Gemeinde muss dieser Nutzung öffentlicher Flächen zustimmen. Der Beschlussvorschlag sieht vor, die Verlegung zu erlauben und eine Nutzungsvereinbarung mit dem Grundstückseigentümer zu schließen.
Die Verwaltung legt dem Rat dar, wie sie mit Silvesterfeuerwerk auf Spiekeroog rechtlich und praktisch umgehen kann. Nach einem Gerichtsurteil von 2018 ist ein umfassendes Feuerwerksverbot für den Ortsbereich weiterhin rechtlich unzulässig. Der Beschlussvorschlag sieht vor, derzeit keine lokalen Verbotszonen zu erlassen und stattdessen weiter auf freiwillige Rücksichtnahme und aktive Kommunikation zu setzen.
Die Gemeinde Spiekeroog plant für Herbst/Winter 2025/26 eine Baumpflanzaktion im Dorfbereich. Da externe Angebote deutlich über dem Budget lagen (18.655 € bis 54.443 €), soll die Maßnahme in Eigenleistung durch den gemeindlichen Bauhof und die Nordseebad Spiekeroog GmbH durchgeführt werden. Die Finanzierung der Materialkosten erfolgt aus dem Baumbudget der Gemeinde sowie aus einer Spendenaktion „Zukunftsbäume
Die Gemeinde Spiekeroog soll eine neue Baumschutzsatzung beschließen, die die veraltete Satzung von 2006 ersetzt. Geschützt werden künftig alle Bäume mit einem Stammumfang ab 75 cm sowie 64 namentlich im Baumkataster erfasste ortsbildprägende Bäume. Verbotene Eingriffe ohne Genehmigung werden mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro geahndet. Eigentümer:innen ortsbildprägender Bäume erhalten eine kostenfreie jährliche Kontrolle sowie einen Pflegezuschuss von bis zu 300 Euro je Baum.
Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, den Rathausgarten (westlich und nördlich angrenzend ans Rathaus) kostenlos für einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung zu stellen. Das Projekt entstand aus einer Bürgerbeteiligung im Rahmen der Dorfentwicklung „VierInseln
Die Verwaltung legt dem Rat die finalen Arbeitsergebnisse der Arbeitsgruppe „Bäume
Der langjährige Pächter der östlichen Pferdeweiden stellt seinen Reitbetrieb Ende 2025 altersbedingt ein. Die Gemeinde will einen touristischen Kutschbetrieb als Nachfolger sicherstellen und erarbeitet dazu ein Interessenbekundungsverfahren. In der Sitzung soll der Entwurf beraten werden, bevor die Verwaltung die finale Fassung mit Nationalparkverwaltung und Domänenamt abstimmt und dem Rat zur Beschlussfassung vorlegt.
Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg beantragt die Verlängerung einer befristeten Baugenehmigung für einen 20-Zoll-Seecontainer mit Auflieger am Nordstrand Spiekeroogs. Der Container dient der wissenschaftlichen Untersuchung von Grundwasserströmungsmustern sowie der Lagerung von Forschungsgerätschaften. Die Gemeinde soll ihr Einvernehmen nach § 36 BauGB erteilen, da das Grundstück im Außenbereich liegt. Beschlussvorschlag: Einvernehmen erteilen, Verlängerung bis zum 05.05.2028.
Die Verwaltung beantragt, für vier Veranstaltungen im Jahr 2025 Ausnahmen von der gemeindlichen Lärmschutzverordnung zu genehmigen. Betroffen sind Tanz in den Mai (30.04.), Pfingstregatta (08.06.), Dorffest (02.09.) und das 100-jährige Jubiläum des Klootschießervereins (06.09.). Die Ausnahmen erlauben Musikbetrieb bis maximal 03:00 Uhr, abhängig von der Veranstaltung. Der Rat soll die Genehmigungen gebündelt und unter Auflagen beschließen.
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) muss eine Abwasserleitung am Süderloog 30 verlegen, weil das dort liegende Grundstück bebaut werden soll. Die Leitung liegt bis zu vier Meter tief und kann nicht bis zum regulären Bauende am 31. Mai 2025 fertig verlegt werden. Die Verwaltung schlägt vor, statt einer Verlängerung in den Sommer einen vorgezogenen Herbstbeginn ab dem 16. Oktober 2025 zu genehmigen. Der Rat soll die Ausnahmegenehmigung von der Bauzeitenregelung beschließen, unter Einhaltung der Ruhezeiten.
Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg beantragt die Verlängerung einer befristeten Baugenehmigung für einen 20-Zoll-Seecontainer mit Auflieger am Nordstrand Spiekeroogs. Der Container dient der Grundwasserforschung und Lagerung wissenschaftlicher Geräte. Die Gemeinde muss nach § 36 BauGB ihr Einvernehmen erteilen, da sich das Grundstück im Außenbereich befindet. Die Verwaltung sieht keine Bedenken und empfiehlt die Zustimmung.
Die Standfestigkeit der Alten Ulme am Noorderloog 23 ist bei Starkwind nicht ausreichend gegeben. Im Januar 2025 wurde bereits ein Entlastungsrückschnitt der Krone durchgeführt. Nun sollen fünf Baumstützen sowie eine Straßenverlegung im Einmündungsbereich zum Noorderloog die dauerhafte Sicherheit herstellen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 30.000 bis 35.000 Euro; der Beschlussvorschlag soll erst in der Sitzung formuliert werden.
Im September 2024 traf eine ungewöhnlich starke Mückenplage Spiekeroog; genetische Analysen identifizierten die Salzwiesen im Nationalpark als Hauptquelle. Die Verwaltung legt verschiedene Handlungsoptionen vor — von einem umfassenden Programm bis zur reinen Dorf-Prävention. Der Rat hat sich in der Sitzung vom 13. Februar 2025 für eine vereinfachte Strategie ausgesprochen: ein Wissenschaftler soll drei Jahre lang beauftragt werden, BTI-Einsatz im Dorf und in kurzfristig gewässerten Gebieten soll ermöglicht werden, und Gäste sowie Gastgeber sollen über die Insel-Website informiert werden.
Ein Ingenieurbüro hat die Bestandsaufnahme der Oberflächenentwässerung auf Spiekeroog aktualisiert und eine Prioritätenliste mit Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Das historische Entwässerungssystem aus Gräben, Rohren und Versickerungsschächten wurde durch Flächenversiegelung und den Klimawandel zunehmend belastet. Der Rat soll nun die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen und die Verwaltung beauftragen, kurzfristig erste Maßnahmen umzusetzen sowie mittelfristig einen Generalentwässerungsplan vorzubereiten.
Ein Ingenieurbüro hat die Bestandsaufnahme des Spiekerooger Entwässerungssystems aus 2011/2012 aktualisiert und eine Prioritätenliste mit Maßnahmen vorgelegt. Der Gemeinderat soll die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen und die Verwaltung mit kurzfristigen Verbesserungsmaßnahmen beauftragen, für die im Haushalt 2025 rund 10.000 Euro eingeplant sind. Mittel- und langfristige Maßnahmen sollen im Rahmen der Dorfentwicklung erörtert werden. Der Umgang mit der gesonderten Starkregenproblematik war zum Zeitpunkt der Vorlage noch offen und sollte in der Sitzung entschieden werden.
Die Verwaltung hat im Vorfeld des Prozesses 'Dorfentwicklung' eine bürgerschaftliche 'Arbeitsgruppe Bäume' gegründet. Die Gruppe setzt sich für den Schutz bestehender Bäume, Neuanpflanzungen und mehr Bewusstsein für den ökologischen Wert von Bäumen auf Spiekeroog ein. Sie stellt ihre bisherigen Überlegungen dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit in einer Präsentation vor. Ein konkreter Beschlussvorschlag ist in der Vorlage nicht enthalten.
Ein Zugversuch an der alten Flatter-Ulme am Norderloog/Ecke Slurpad hat die fehlende Standfestigkeit bei Starkwind bestätigt. Ein Gutachter empfiehlt drei Optionen: Fällung, starken Kronenschnitt oder konstruktive Abstützung. Die Verwaltung hat bereits ein Angebot für Stützkonstruktionen eingeholt (rund 16.750 Euro netto) und sperrt den Gefahrenbereich bei bestimmten Windstärken temporär. Der Rat soll nun ein Stimmungsbild geben; vorgeschlagen wird, die Optionen Kronenschnitt und Stützkonstruktion weiter auszuarbeiten.