Ganztagsschule - Inselschule Spiekeroog
Stand der Beratung
Einstimmig beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 16. Dezember 2021
Beschlossen — einstimmig
am 16. Dezember 2021 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog beschließt die Einführung der Ganztagsschule für alle Grund- und Oberschulklassen zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Verwaltung wird beauftragt, alle Schritte einzuleiten und Sachverhalte abzuklären, so dass der Rat den Bürgermeister zum nächstmöglichen Zeitpunkt, durch gesonderten Beschluss, zur Unterzeichnung des Antrages auf Ganztagsbetreuung beim Ministerium f. Kultus bevollmächtigen kann. RV Redelfs sagt, dass das Thema im Schulausschuss ausführlich besprochen wurde. BM Kösters erläutert: Ab 2026 wird der Ganztag an Schulen verpflichtend. Die Betreuung am Nachmittag ist notwendig, das zeigen auch die Befragungen der Eltern. Zur Ganztags-Schule gehört auch die Versorgung mit Mittagessen. Die Gemeinde ist für die Logistik und das Mittagessen zuständig. Der Antrag sollte bis zum 1.12.2021 gestellt werden, aber es war nicht möglich, das Finanzierungskonzept bis dahin zu erstellen. Daher wurde der Antrag nicht gestellt. BM Kösters berichtet von dem aktuellen Sachstand und dem Abstimmungstermin mit dem Landkreis: Investitions- und Betriebskosten gemäß festgelegtem Schlüssel; dabei kommen ca. 50% vom Landkreis. Die Oberstufe sollte bei der Übergangslösung unbedingt direkt mitbeantragt werden. Die Grundschule ist Angelegenheit der Gemeinde und dann entfällt die Finanzierung des LK. Vorplanung muss im Frühjahr 2022 stehen, dann kann der LK die Mittel in den Haushalt 2023 aufnehmen und die Planung anstoßen. Die Planung erfolgt über Fachplaner vom LK. Eine (bauliche) Dauerlösung außerhalb des Schulgeländes kommt für den LK nicht in Frage. Zusätzliche Nutzungen (Synergiebildung) werden positiv gesehen. Übergangslösung Abstimmung mit dem Veterinäramt ist erfolgt, die aktuelle Schulküche ist ohne bauliche Anpassungen als Ausgabeküche geeignet. Pflichtenheft bereits an den LK übermittelt, von dort wird ein Küchenplaner beauftragt, um Investitionskosten zu ermitteln. Alle Investitionen werden im Hinblick auf eine sinnvolle Verwendung in der Dauerlösung getätigt. Im 1. Quartal 2022 sollten erste Pläne mit Finanzierungen stehen. Detailabstimmung mit Hermann Lietz-Schule und Dünenklinik zur externen Produktion laufen, die HLS hat schon jetzt deutlich signalisiert, den Gesamtbedarf auch langfristig abdecken zu können und Interesse an einer Mitarbeit im Projekt gezeigt. Dauerlösung Ein Raum und Funktionsprogramm ist von der Gemeinde erstellt und liegt zur inhaltlichen Anreicherung bereits beim LK. Es soll nicht nur als Ausgabeküche konzipiert werden. Konzeptionell werden Regenerationsküche (vorkochen und aufwärmen) und Mischküche entwickelt, für eine umfassende Entscheidungsgrundlage für den Rat. Der Ganztag kostet viel Geld. Die Eltern werden pro Mahlzeit zahlen, wie im Kindergarten. Der LK übernimmt ca. 50% der laufenden und investiven Kosten. Im Frühjahr 2022 weiß man mehr und zum 1.12.2022 soll der Antrag gestellt werden können. RV Redelfs erinnert erneut an das Konnexitätsprinzip und sagt, dass das Projekt richtig ist, aber sie ist nicht damit einverstanden, dass die Gemeinde die Kosten trägt. Das Land will den Ganztag per Gesetz und das Land sollte in die Pflicht genommen werden. RM Klasing fragt, ob die Schulküche weiterhin bestehen würde, wenn der Ganztag da wäre. BM Kösters antwortet: Der Schulunterricht mit Schulküche bleibt erhalten. Die Inselschule wird aber den Ganztag nicht mit selbst Kochen aushelfen. Das muss mit einem anderen Anbieter wie der Hermann Lietz-Schule erfolgen. Die Küche bleibt auch in der Erweiterung weiter nutzbar. RM Breuer fragt, wie eine Synergienutzung aussehen könnte? BM Kösters sagt, in der finalen Lösung wird eine andere Essenskapazität vorliegen. Danach könnte evtl. auch der Kindergarten oder andere Externe beliefert oder beköstigt werden. Das neue Gebäude müsste dafür von außen extra zu betreten sein. Bis zum 1.12. kann der Antrag gestellt werden und im Frühjahr 2022 kann das Thema wieder im Rat besprochen werden. RM Breuer sagt: In einer abwechslungsreichen Ganztagsbetreuung könnten auch Sportvereine oder andere Vereine eine Rolle spielen und integriert werden. Der Beschlussvorschlag wird einstimmig beschlossen.
(2 Beratungen insgesamt — finaler Beschluss aus dem Rat der Gemeinde Spiekeroog)
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDer Rat soll die Einführung der Ganztagsschule für alle Klassen der Inselschule Spiekeroog zum nächstmöglichen Zeitpunkt beschließen. Die Verwaltung wird beauftragt, alle nötigen Schritte vorzubereiten, damit der Bürgermeister anschließend den förmlichen Antrag beim Kultusministerium stellen kann. Geplant sind zunächst eine Übergangslösung (offener Ganztag an 3 Tagen, freiwillig) und langfristig ein Neubau mit Mensa und Küche. Die Investitionskosten für die dauerhafte Lösung werden grob auf 50.000 bis 500.000 Euro geschätzt, wovon die Gemeinde etwa die Hälfte trägt.
Einordnung
Beschlussvorlage der Verwaltung, eingebracht im Schulausschuss und zur abschließenden Entscheidung im Rat; es handelt sich um einen Grundsatzbeschluss als ersten formalen Schritt zur Einführung der Ganztagsschule.
Hintergrund
Eltern der Grundschulkinder hatten 2020 den Wunsch nach Ganztagsbetreuung an die Schulleitung herangetragen; der Schulausschuss wurde noch im selben Jahr erstmals informiert. Das pädagogische Konzept der Schule lag im Herbst 2021 vor und bildete die Grundlage für die weiteren Planungen. Das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) vom Oktober 2021 verpflichtet die örtlichen Träger, bis zum Schuljahr 2026/2027 schrittweise für alle Grundschulkinder eine achtstündige Betreuung sicherzustellen.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Familien mit schulpflichtigen Kindern auf Spiekeroog erhalten künftig die Möglichkeit einer ganztägigen Betreuung an der Inselschule. Als Übergangslösung ist ein freiwilliger offener Ganztag an drei Tagen pro Woche geplant; die Eltern zahlen voraussichtlich rund 3,50 bis 4,00 Euro pro Mittagessen. Langfristig sind Neubaumaßnahmen (Mensa, Küche, Ruheraum) vorgesehen, die den Gemeindehaushalt dauerhaft belasten werden.
Die wichtigsten Punkte
- Der Rat soll die Einführung der Ganztagsschule für alle Grund- und Oberschulklassen zum nächstmöglichen Zeitpunkt beschließen
- Als Übergangslösung ist ein freiwilliger offener Ganztag an drei Tagen für bis zu 23 Grundschüler:innen vorgesehen
- Das Mittagessen soll von einem externen Partner (Lietz oder Dünenklinik) geliefert werden; Elternbeitrag liegt bei ca. 3,50–4,00 Euro pro Essen
- Die dauerhafte Lösung erfordert voraussichtlich den Bau einer Mensa und Küche auf dem Schulgelände, Kosten grob zwischen 50.000 und 500.000 Euro
- Die Gemeinde trägt schätzungsweise die Hälfte der Investitionskosten sowie jährliche Personalkosten von mindestens 8.000 bis 18.000 Euro
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/170/2021
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 2 Dokumente
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (2)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8100 kB
- 📄2021-11 Schulausschuss Ganztagsschule v1PDF; CHARSET=UTF-83.2 MB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Die Inselschule Spiekeroog soll ab dem Schuljahr 2023/24 eine offene Ganztagsschule werden — an zunächst drei Tagen pro Woche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) für Grund- und Oberschüler:innen. Ein externer Dienstleister liefert das Mittagessen; die Übergangslösung kostet rund 50.000–60.000 Euro, ein späterer Mensaneubau wird auf 1,2–1,6 Mio. Euro geschätzt. Der Rat soll beschließen, den Ganztagsantrag zum 1. Dezember 2022 bei der zuständigen Behörde zu stellen.
Die Inselschule wird ab 1. August 2023 zur Ganztagsschule — die Mittagsverpflegung dafür ist nach Angabe der Schulträger gesichert. Anbieter für Küchenausstattung und Essensproduktion sind bereits gefunden. Noch offen ist die Stelle für die Essensausgabe: Eine geringfügig beschäftigte Hauswirtschaftskraft wird gesucht. Der Gemeinderat muss den Bau einer Mensa noch formal beschließen, das ist für Ende 2023 vorgesehen.
Die Gemeinde Spiekeroog berichtet über den aktuellen Stand beim geplanten Neubau einer Mensa für die Ganztagsschule sowie von Lehrerwohnraum. Dazu fanden Gespräche mit der niedersächsischen Kultusministerin, dem Wirtschaftsminister und dem Landkreis Wittmund statt. Die Verwaltung stellt die Ergebnisse in der Sitzung vor; ein konkreter Beschlussvorschlag wird erst dort formuliert.
Der Rat soll grünes Licht geben für einen Neubau auf dem Gelände der Inselschule: Im Erdgeschoss entstehen rund 300 m² Schulfläche für die Ganztagsschule (Küche, Speiseraum, Musikraum u.a.), im Obergeschoss rund 220 m² Wohnfläche für Beschäftigte in öffentlichen Diensten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf grob 4,06 Millionen Euro brutto; die Gemeinde trägt davon rund 2,85 Millionen Euro. Der Beschlussvorschlag sieht vor, dem Landkreis Wittmund die Baufreigabe zu erteilen — mit der Bedingung, dass die Wohnungen ins Eigentum der Gemeinde übergehen.