Der Gemeinderat Spiekeroog soll sich einer bundesweiten Resolution zur kommunalen Finanzkrise anschließen. Die Resolution fordert das Land Niedersachsen auf, den kommunalen Finanzausgleich um mindestens eine Milliarde Euro zu erhöhen, das Konnexitätsprinzip — also die Regel, dass wer Aufgaben überträgt auch die Kosten trägt — konsequent anzuwenden und sich beim Bund für eine Reform der Sozialleistungsfinanzierung einzusetzen. Spiekeroog hat bislang einen ausgeglichenen Haushalt, aber keine Rücklagen mehr und schrumpfende Spielräume. Der Beschlussvorschlag lautet: Der Rat schließt sich der Resolution an.
Haushalt & Inselabgaben
Haushaltsplan, Kurtaxe, Gebühren, Investitionen, Finanzplanung.
Spiekeroogs Haushalt finanziert sich vor allem aus Gästebeitrag, kommunalen Gebühren (Müll, Wasser, Abwasser) und Schlüsselzuweisungen des Landes. Die Spielräume sind klein, die Fixkosten hoch — eine kleine Inselverwaltung kostet pro Kopf mehr als eine Festland-Gemeinde gleicher Größe.
In jeder Sitzungsrunde tauchen Vorlagen zur Gästebeitragn-Anpassung, Zweitwohnungssteuer, zu Vereinszuschüssen oder zur Annahme von Spenden auf. Größere Investitionen wie Glasfaserausbau oder Inselschul-Erweiterung beanspruchen den Haushalt über mehrere Jahre.
Häufige Streitfrage: Wie viel Eigenanteil kann sich die Gemeinde leisten, wo werden Förderprogramme genutzt, und wer trägt die laufenden Kosten.
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Die Gemeinde soll entscheiden, ob sie die Ostbake — ein altes Seezeichen am östlichen Inselende — kostenlos vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) übernimmt. Das WSA braucht die Bake für die Schifffahrt nicht mehr und will sie abreißen, falls die Gemeinde ablehnt. Die Verwaltung empfiehlt, das Angebot abzulehnen, weil Unterhaltung, Verkehrssicherung und mögliche Pachtzahlungen dauerhaften Aufwand verursachen würden. Der Beschlussvorschlag lautet: keine Übernahme, das WSA soll entsprechend informiert werden.
Die Gemeinde will 25.150 Euro außerplanmäßig für den Winterdienst freigeben. Davon entfallen 21.145 Euro auf bereits angefallene Kosten im laufenden Jahr 2026 und 5.000 Euro auf einen Streusalzvorrat, der im Sommer günstig eingekauft werden soll. Der Rat soll dafür eine eigene Haushaltsstelle "Aufwand Winterdienst" einrichten.
Das Feuerwehrgerätehaus auf Spiekeroog soll umgebaut und erweitert werden — die Kosten sind gegenüber der ursprünglichen Planung gestiegen. Statt der bisher bereitgestellten 275.000 Euro rechnet die Verwaltung nun mit rund 302.260 Euro Gesamtkosten. Der Rat soll rund 28.000 Euro Mehrbedarf freigeben und den Verwaltungsausschuss ermächtigen, den Auftrag selbst zu vergeben, sobald Ausschreibungsergebnisse vorliegen.
Die Gemeinde Spiekeroog plant einen Erweiterungsbau an der Inselschule: Im Erdgeschoss entsteht ein Ganztagsbereich mit Mensa, im Obergeschoss vier Wohnungen für Lehrkräfte und andere öffentliche Beschäftigte. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,78 Mio. Euro, davon trägt die Gemeinde rund 3,32 Mio. Euro. Der Rat soll die Planung freigeben und den Bauantrag für Sommer 2026 genehmigen.
Die Gemeinde Spiekeroog soll künftig das Mittagessen für Schulbegleitungen im Ganztagsbetrieb bezuschussen. Schulbegleitungen — vom Landkreis gestellte Fachkräfte für Schüler:innen mit besonderem Förderbedarf — begleiten die Kinder auch beim gemeinsamen Mittagessen. Die Gemeinde würde jeweils 4,60 € pro Mahlzeit übernehmen; der jährliche Zuschussbedarf liegt bei rund 850 €. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob der Landkreis einen Teil der Kosten trägt.
Die Gemeinde Spiekeroog prüft, ob das warme Mittagessen an der Inselschule von drei auf vier oder fünf Tage pro Woche ausgeweitet wird. Bisher liefert die Dünenklinik das Essen an drei Schultagen; die Kosten teilen sich Gemeinde und Landkreis je zur Hälfte. Der Haushaltsansatz 2026 scheint laut Verwaltung vorerst ausreichend, ab 2027 sollen höhere Mittel eingeplant werden. Der Beschlussvorschlag beauftragt die Verwaltung, die Ausweitung weiter zu verfolgen und die organisatorischen sowie finanziellen Fragen abschließend zu klären.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Grundschulkinder schrittweise einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung — auch in den Ferien. Die Gemeinde Spiekeroog bereitet gemeinsam mit dem Landkreis und der VHS Friesland-Wittmund eine Ferienbetreuung für die Insel vor. Geplant sind jährlich vier Wochen Schließzeit: drei Wochen über Weihnachten/Neujahr und eine Woche zu Beginn der Sommerferien. Der Schulausschuss soll die Umsetzung grundsätzlich befürworten und die vorgeschlagenen Schließzeiten bestätigen.
Der Spiekerooger Sportverein (SSV) beantragt, die jährliche Gemeindezuwendung von 5.000 auf 10.000 Euro zu verdoppeln – rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Grund sind stark gestiegene Nutzungskosten für das Sportdeck (Mehrzweckhalle der Nordseebad Spiekeroog GmbH), die 2026 bis zu 20.000 Euro betragen sollen. Der Rat soll grundsätzlich zustimmen und über zwei Varianten entscheiden: entweder keine Anpassung für 2026 (Variante A) oder eine überplanmäßige Zusatzzahlung von 5.000 Euro noch in diesem Jahr (Variante B), bevor ab 2027 regulär 10.000 Euro eingeplant werden.
Der Bauausschuss berät den aktuellen Architektenentwurf für das geplante Bauprojekt „Sanders Quartier
Der Rat soll den Entwurf des Dorfentwicklungsplans für die Dorfregion VierInseln (Spiekeroog, Wangerooge, Juist, Baltrum) freigeben und dessen öffentliche Auslegung beschließen. Der Plan legt strategisch fest, welche Projekte in den kommenden Jahren mit Landesförderung umgesetzt werden sollen. Zugleich soll Spiekeroog die Federführung für eine professionelle Umsetzungsbegleitung bis 2034 übernehmen — mit einem jährlichen Eigenanteil von rund 1.563 Euro für die Gemeinde. Der Beschlussvorschlag sieht außerdem vor, dass die Verwaltung Förderantrag, Ausschreibung und eine interkommunale Vereinbarung mit den anderen Inselgemeinden vorbereitet.
Eine Gruppe engagierter Insulaner:innen übernimmt für drei Jahre das Aufstellen, Schmücken und den Abbau des Weihnachtsbaums auf dem Dorfplatz. Die Aufgabe wird ehrenamtlich erledigt; die Gemeinde erstattet nur tatsächliche Sachkosten wie Beleuchtung und Dekoration. Der Rat soll beschließen, der Gruppe diesen Auftrag zu erteilen und dafür jährlich 250 Euro bereitzustellen.
Der Rat soll den Startschuss für das europaweite Ausschreibungsverfahren zum Glasfaserausbau auf Spiekeroog geben. Die finalen Vergabeunterlagen liegen vor; alle zuvor politisch abgestimmten Punkte — darunter Zuschlagskriterien, Vertragslaufzeit und technische Details — sind eingearbeitet. Das Projekt umfasst ein Unterseekabel zur Festlandsanbindung und den vollständigen Ausbau bis zu den Hausanschlüssen. Der Beschlussvorschlag lautet: Vergabeverfahren auf Basis dieser Unterlagen einleiten.
Der Betreiber des 'Wattn Koophuuses' möchte seinen Laden künftig in den Tagesrandzeiten ohne Personal — also autonom — betreiben. Geplant sind Öffnungszeiten etwa eine Stunde vor und zwei bis drei Stunden nach den regulären Zeiten, gesichert durch eine Nutzerschranke, Kameras und ein angepasstes Kassensystem. Zwischen 21 und 7 Uhr soll der Laden geschlossen bleiben. Der Beschlussvorschlag sieht vor, dass der Rat der Verwaltung ein positives Stimmungsbild übermittelt, damit eine befristete Erprobung starten kann — mit anschließender Rückmeldung an den Rat.
Die Gemeinde Spiekeroog pflanzt im Herbst/Winter 2025/26 neue Bäume im Dorfbereich. Externe Firmen wurden angefragt, ihre Angebote (18.655 € bis 54.443 €) lagen jedoch weit über dem Budget. Deshalb führen Bauhof und Nordseebad Spiekeroog GmbH die Pflanzungen in Eigenleistung durch; die Gemeinde trägt nur die Materialkosten. Der Rat soll die Maßnahme, die Finanzierung aus dem Baumbudget und eine Spendenaktion beschließen.
Die Gemeinde Spiekeroog beschließt ihren Haushalt für 2026 mit einem ausgeglichenen Ergebnishaushalt. Einzahlungen von rund 6,4 Millionen Euro stehen Auszahlungen von rund 6,76 Millionen Euro gegenüber; neue Kredite werden nicht aufgenommen. Das größte Einzelprojekt ist der Umbau des Feuerwehrgerätehauses, für den 2026 weitere 150.000 Euro eingeplant sind. Der Rat soll die Haushaltssatzung in der vorgelegten Fassung beschließen.
Die Freiwillige Feuerwehr Spiekeroog hat 2025 neue Fahrzeuge und eine Brandmeldeanlage beschafft. Angeschafft wurden ein Mannschaftstransportwagen (rund 33.700 €) und ein Pickup-Fahrzeug als Amarok-Ersatz (44.000 €); der Umbau des Pickups ist noch in Vorbereitung. Zusätzlich wurde eine Brandmeldeanlage für das Feuerwehrhaus für 17.550 € beauftragt. Die Gesamtausgaben bleiben mit rund 119.100 € unter dem Haushaltsansatz von 144.000 €. Der Rat soll die Maßnahmen billigend zur Kenntnis nehmen.
Die Gemeinde Spiekeroog will das Feuerwehrgerätehaus umbauen und modernisieren, um seit Jahren bekannte Sicherheitsmängel zu beheben. Das Gesamtbudget beträgt 275.000 Euro, verteilt auf 2025 und 2026 — für 2026 werden 25.000 Euro zusätzlich beantragt. Der Rat soll die Umbauplanung freigeben und die Verwaltung beauftragen, das Architekturbüro mit Planung, Ausschreibung und Bauantrag zu beauftragen.
Die Gemeinde soll den jährlichen Zuschuss zur Kameradschaftskasse der Freiwilligen Feuerwehr Spiekeroog um 500 Euro auf künftig 2.000 Euro erhöhen. Anlass war eine Anregung des Gemeindebrandmeisters während der Haushaltsberatungen. Die Erhöhung ist bereits im Entwurf des Haushaltsplans 2026 eingearbeitet. Der Rat soll die Erhöhung beschließen und in der Mittelfristplanung fortschreiben.
Die Gemeinde Spiekeroog beantragt zwei Haushaltskorrekturen für 2025. Erstens sollen 10.500 Euro zusätzlich für Sanierungsarbeiten im Haus Melksett 19 freigegeben werden, weil dort nach dem Auszug einer langjährigen Mieterin Fliesen-, Klempner- und Malerarbeiten anstehen. Zweitens soll eine neue Buchungsstelle für den Ersatz von drei Gartenhäusern auf dem Grundstück Noordertün 1 eingerichtet werden, um 12.038 Euro korrekt als Investition zu verbuchen.
Die Gemeinde Spiekeroog soll 17.000 Euro überplanmäßig für Steuerberatungskosten freigeben, die im laufenden Haushalt nicht eingeplant waren. Der Betrag deckt einen Teil der Steuerberaterrechnung von 21.740,59 Euro für die Aufarbeitung der Buchhaltung des aufgelösten Eigenbetriebs und den Jahresabschluss 2020. Der Rat soll die Mittel aus dem Gesamthaushalt bereitstellen.
Der Gemeinderat muss entscheiden, ob und wie die Gemeinde Spiekeroog Schüler:innen bei Auslandsaufenthalten finanziell fördert. Die bestehende Förderrichtlinie von 2021 regelt diesen Fall nicht eindeutig, sodass konkrete Anträge aus den Schuljahren 2024/25 und 2025/26 noch ungeklärt sind. Zur Wahl stehen drei Optionen: keine Förderung bei Auslandsaufenthalten, Förderung nur beim schulischen Segelschiff-Projekt der Hermann Lietz-Schule oder Förderung bei allen schulischen Auslandsaufenthalten bis zu zwölf Monaten. Zusätzlich entscheidet der Rat, ob drei Fälle aus dem Schuljahr 2024/25 rückwirkend gefördert werden.
Die Gemeinde will für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Spiekeroog eine zusätzliche Unfallversicherung abschließen. Bei einer Überprüfung aller Versicherungsverträge stellte die Verwaltung fest, dass die bestehende Absicherung in seltenen Ausnahmefällen nicht greift. Die Zusatzversicherung kostet jährlich 289,46 Euro brutto und ist eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Der Rat soll den Abschluss beschließen.
Die Gemeinde Spiekeroog passt ihre Zweitwohnungssteuersatzung an, weil eine bisherige gesetzliche Berechnungsgrundlage weggefallen ist. Der bisherige Maßstab — die Jahresrohmiete nach § 79 Bewertungsgesetz — gilt nicht mehr. Die neue Satzung orientiert sich an einem gerichtlich bestätigten Modell der Gemeinde Clausthal-Zellerfeld. Der Steuersatz wird angepasst, um eine übermäßige Belastung zu vermeiden; Teilerlasse bei nachgewiesener Vermietung bleiben erhalten. Der Rat soll die Neufassung beschließen; sie tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft.
Die Gemeinde will die seit Jahren schlecht vollzogene KFZ-Richtlinie für Anhänger auf Spiekeroog wieder konsequent durchsetzen. Das seit 2008 geltende Breitenlimit von 2,10 m für Anhänger soll ab 1. November 2025 verbindlich gelten; überbreite Anhänger brauchen künftig eine Genehmigung des Gemeinderats. Alle Anhänger auf öffentlichen Wegen sollen erfasst, gekennzeichnet, genehmigt und vergebührt werden. Die Verwaltung soll bis November ein Anhängerregister einrichten und ein Kontrollkonzept aufbauen.