Antrag RM Warenski: Umlegung des DGzRS Schwimmpontons an die Ostmole Spiekeroogs
Stand der Beratung
Einstimmig beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 26. Januar 2017
Beschlossen — einstimmig
am 26. Januar 2017 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
1.) Die Verwaltung wird beauftragt, den Hersteller der Neuharlingersieler Zuwegung beim Hafenzweckverband Neuharlingersiel zu erfragen und ein Angebot für eine baugleiche Zuwegung einzuholen. Ebenso gilt das für das Versetzen von Dalben und das Montieren der neuen Halterung an der Mole. 2.) Zur Klärung der Möglichkeit der Verlegung der Anlegestelle für das Rettungsboot ist auch der SSC zu beteiligen. RM Warenski verteilt an die Anwesenden Pläne, anhand derer die derzeitige Situation am Anlegesteg verdeutlicht werden soll. Er beschreibt zudem die schwierige Situation für die RTW-Fahrer, die derzeit ca. 250m rückwärts fahren müssen, wenn sie sich auf dem Rückweg vom Steg befinden. In einem Zeitfenster von fünf Stunden sei es nicht möglich, Verletzte abzutransportieren. Die neue, von ihm vorgeschlagene Stelle, ermöglicht dagegen ein einfacheres Anlegen. Die damaligen Kosten in Neuharlingersiel beliefen sich auf 18.000€, so dass er von derzeitigen Gesamtkosten in Höhe von 25.000€ ausgeht. In der Diskussion verständigt sich der Rat darauf, Rücksprache mit allen Beteiligten(NPorts, Reederei, SSC, Landkreis Wittmund, NSB, Zoll) zu halten. Zudem soll sich um Zuschüsse für die Umsetzung bemüht werden. Es ist die Frage zu klären, ob auch anderen Booten das An- und Ablegen gestatten werden soll. Ein auf dem Insularen Erfahrungsaustausch gefasster Beschluss war, dass die Erreichbarkeit der Inseln dem Land Niedersachsen vorgetragen werden sollen. Dieses Schreiben ist in Vorbereitung, bei der Beteiligung von 7 Inseln und 4 Landkreise jedoch noch nicht abgeschlossen. RM Schreiber gibt zu Bedenken, dass eine Verringerung des Zeitfensters, in der Spiekeroog nicht erreichbar ist, keine Vorteile bringt, wenn nicht zeitgleich auch in Neuharlingersiel entsprechende Maßnahmen getroffen werden, die das dortige Zeitfenster verkleinern. RM Warenski stellt sich zudem eine Umsetzung Anfang 2018 vor, damit die Mittel aus zwei Haushaltsjahren für diese Maßnahme genutzt werden können.
Zusammenfassung
Wie das funktioniertRatsmitglied Warenski beantragt, den Schwimmponton der DGzRS — der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger — an die Ostmole Spiekeroogs zu verlegen. Am aktuellen Standort können Rettungsdienst und Feuerwehr das DGzRS-Boot rund fünf Stunden um Niedrigwasser nicht erreichen; außerdem ist die Deichzufahrt für den Rettungswagen problematisch. Die Verwaltung soll bis zum 30. Juni 2017 eine Lösung entwickeln und umsetzen; Haushaltsmittel sollen bereitgestellt werden.
Einordnung
Antrag eines Ratsmitglieds (Warenski) an Verwaltungsausschuss und Rat zur Erstberatung. Die Verwaltung hat bereits eine Stellungnahme beigefügt.
Hintergrund
Die schlechte Anlegesituation im Hafen Spiekeroog war schon nach einem Vorfall im Januar 2016 bekannt. Die Verwaltung informierte damals Landkreis Wittmund und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Bei einem Vor-Ort-Termin am 31. August 2016 mit allen Beteiligten wurden mögliche Lösungen besprochen. Diskutiert werden unter anderem eine Verschiebung von Pfahlreihen, ein Ausbaggern (Kosten: ca. 102.000 Euro durch NPorts) sowie eine Teilverlegung des Betonstegs an die Südkaje. Zusätzlich plant Spiekeroog gemeinsam mit den anderen ostfriesischen Inseln und den Landkreisen ein Schreiben an die Landesregierung, damit das Land die Kosten für die Erreichbarkeit der Inseln im Rettungswesen übernimmt.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Die Vorlage betrifft die Sicherheit aller Insulaner:innen und Gäste: Wenn das DGzRS-Boot bei Niedrigwasser nicht angelegt werden kann, verzögert sich im Ernstfall die medizinische Versorgung oder der Feuerwehreinsatz. Eine verlässliche, tideunabhängige Anlegestelle würde das Zeitfenster für Rettungseinsätze deutlich erweitern.
Die wichtigsten Punkte
- Am aktuellen Ponton gibt es täglich rund fünf Stunden um Niedrigwasser keine Anlegemöglichkeit für die DGzRS
- Die Deichzufahrt für den Rettungswagen gilt als problematisch
- Die Verwaltung soll bis zum 30. Juni 2017 eine Lösung entwickeln und umsetzen
- Technische Optionen sind u. a. Verschiebung von Pfahlreihen, Ausbaggern (ca. 102.000 Euro) und Teilverlagerung des Betonstegs
- Alle ostfriesischen Inseln wollen gemeinsam bei der Landesregierung auf Kostenübernahme für die Insel-Erreichbarkeit im Rettungswesen drängen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/006/2017
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8222 kB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Im Spiekerooger Hafen fehlt eine zuverlässige, tideunabhängige Anlegestelle für das Seenotrettungsboot der DGzRS — und das gefährdet sowohl den Patiententransport per Rettungsdienst als auch die Nachführung von Feuerwehrkräften. Ratsmitglied Warenski beantragt, eine neue Anlegestelle an der südöstlichen Ecke des Hafens nach dem Vorbild Neuharlingersiel zu bauen. Der Beschlussvorschlag sieht vor, die Maßnahme spätestens bis Herbst 2018 umzusetzen und Haushaltsmittel bereitzustellen.
Der Rat soll entscheiden, wie der Anleger für das Seenotrettungsboot der DGzRS verbessert wird, damit Patientinnen und Patienten sowie Rettungskräfte schneller und sicherer transportiert werden können. Fünf Varianten stehen zur Wahl: zwei Ponton-Lösungen am Südostkai, eine Ertüchtigung des vorhandenen Betonstegs, eine Instandsetzung der Schrägrampe oder eine Anlegestelle an der Fähre Spiekeroog III. Nach dem Beschluss sollen Gespräche mit Eigentümer:innen und Pächter:innen geführt und Fördermittel bei niedersächsischen Ministerien beantragt werden. Baubeginn ist erst nach Förderzusage vorgesehen.
Die Gemeinde Spiekeroog soll einen neuen Rettungssteg im Hafen bauen, damit das DGzRS-Rettungsboot Patienten sicherer und zu mehr Tidezeiten anlegen kann. Der bisherige Steg ist durch Versandung so unbrauchbar geworden, dass rund sechs Stunden täglich kein Anlegen möglich ist. Bevorzugt wird eine Verlängerung der Kaimauer nach Süden (Variante F). Der Rat soll die Bauvariante festlegen und 75.000 Euro im Haushalt 2020 einplanen.
Im Hafen Spiekeroog wurde 2021 gemeinsam mit dem Landkreis Wittmund ein Rettungssteg gebaut, der die Anlegesituation für das Seenotrettungsboot der DGzRS verbessert. Das Projekt ist noch nicht vollständig abgeschlossen: Restarbeiten, eine Erhöhung des Steges für den WattnExpress, ein Pachtvertrag mit der Nordseebad Spiekeroog GmbH sowie eine Nutzungsverordnung stehen noch aus. Die Verwaltung informiert Rat und Verwaltungsausschuss über diese offenen Punkte und kündigt deren zeitnahe Umsetzung an.