Beratung und Beschluss zur Miterrichtung eines Wohngebäudes
Stand der Beratung
Mehrheitlich beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 27. Januar 2022
Beschlossen — mehrheitlich
am 27. Januar 2022 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
1) Das Ergebnis der Kostenermittlung, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Nutzungskonzept wird, sobald vorliegend, zusammengeführt und im Hufa vorberaten. Auf Grund der engen Zeitschiene behält sich die Verwaltung vor, die Beratung in einer Sondersitzung durchzuführen oder, bei mehrheitlichem Wunsch, auch direkt in der Ratssitzung am 3. März 2022 zu beraten und zu beschließen. Einstimmig beschlossen – 9 x Ja 2) Die architektonischen Vorgaben werden als Grundlage für die weitere Planung genommen, im Zuge des laufenden B-Planverfahrens werden die Voraussetzungen dafür geschaffen (Traufhöhe, Dachform, …). Die Vorgaben werden durch das bisherige Architekturbüro „artec architekten“ umgesetzt. Mehrheitlich beschlossen – 7 x Ja; 2 x Enthaltung 3) Der Rat der Gemeinde Spiekeroog beauftragt die Verwaltung, eine Ausschreibung für ein PPP-Modell mit oben genannten Eckdaten vorzunehmen. Die Entscheidung wir in der Ratssitzung am 3. März 2022 getroffen. Mehrheitlich beschlossen – 5 x Ja; 3 x Nein; 1 x Enthaltung RV Redelfs stellt den Sachverhalt vor. BM Kösters erläutert den hohen Zeitdruck, das Vorhaben sei nur sinnvoll, wenn es gemeinsam mit der Rettungswache realisiert wird, die Planungen dafür seien aber erst am Anfang und kaum zu schaffen. Die Kostensituation bereite ihm größere Sorge, ebenso die Vergabe, welche auch einige Wochen und eine gute Vorbereitung bedarf. Er erläutert die Handlungsoption eines PPP-Modells. In einer kontroversen Diskussion sprechen sich einzelne Ratsmitglieder deutlich gegen ein solches Beteiligungsmodell aus, dies sei nicht ratsam und nur eine Wette auf die Zukunft, welche man schnell verlieren könne. BM Kösters wirft ein, dass der Landkreis Wittmund beim Bau der Rettungswache genau ein solches Modell selbst praktiziere. RM Breuer sagt, dass man Risiken eingehen muss, wenn die Not groß sei, so z.B. bei den Wohnraumbedarfen. RM Jochen Bellstedt hinterfragt die Wohnungsnot, Kämmerer Koffinke bestätigt den hohen Handlungsdruck, nicht alle Stellen der Verwaltung seien mit Betriebswohnraum ausgestattet, ohne Wohnungen keine Verwaltung. Die Beschlussvorschläge werden einstimmig, bzw. mehrheitlich beschlossen.
(3 Beratungen insgesamt — finaler Beschluss aus dem Rat der Gemeinde Spiekeroog)
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Gemeinde Spiekeroog will neben der neuen Rettungswache gleichzeitig ein Wohngebäude für Dauerwohnraum errichten. Die Baukosten für den Wohnanteil schätzt das Architekturbüro auf rund 1,8 Mio. Euro. Als Alternative zur kommunalen Eigenrealisierung prüft die Verwaltung ein PPP-Modell — dabei baut und besitzt ein privater Träger das Gebäude auf einem Erbbaugrundstück und verpachtet es für 40 Jahre an die Gemeinde. Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, eine Ausschreibung für dieses Modell vorzunehmen und die architektonischen Vorgaben als Planungsgrundlage festlegen.
Einordnung
Verwaltungsvorlage der Gemeinde Spiekeroog (Liegenschaften), eingebracht vom Bürgermeister, in Folge-Beratung nach einem Grundsatzbeschluss des Rates für den gemeinsamen Bau von Rettungswache und Dauerwohnraum im Bereich der Feuerwehr.
Hintergrund
Der Rat hatte in einer vorherigen Sitzung beschlossen, Rettungswache und Dauerwohnraum gemeinsam zu bauen, um Baunebenkosten zu sparen. Dazu wurden Flächentausche mit dem Landkreis Wittmund genehmigt und die Verwaltung zur Planung ermächtigt. Ein laufendes Bebauungsplanverfahren soll die nötigen Voraussetzungen (Traufhöhe, Dachform) schaffen. Endgültige Kosten- und Wirtschaftlichkeitsdaten lagen zum Zeitpunkt der Vorlage noch nicht vor.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Das Projekt zielt direkt auf die Schaffung von Dauerwohnraum für Insulaner:innen — ein auf Spiekeroog knappes Gut. Je nach Entscheidung des Rates entsteht der Wohnraum entweder in kommunaler Hand oder wird von einem privaten Träger gebaut und für 40 Jahre an die Gemeinde verpachtet. Die Kaltmiete würde laut Wirtschaftlichkeitsrechnung bei einem Bauvolumen von 1 Mio. Euro etwa 11,76 Euro pro Quadratmeter betragen.
Die wichtigsten Punkte
- Das Architekturbüro schätzt die Baukosten für den Wohnanteil auf rund 1,8 Mio. Euro
- Beim PPP-Modell baut ein privater Träger auf einem Erbbaugrundstück und verpachtet das Gebäude 40 Jahre lang an die Gemeinde
- Die Verwaltung soll eine Ausschreibung für das PPP-Modell vornehmen; der Rat entscheidet in der Sitzung am 3. März 2022
- Als Nutzungskonzepte stehen DLRG-Unterkunft mit Wintervermietung sowie reine Dauerwohnraumvermietung zur Wahl
- Die architektonischen Vorgaben setzen auf kompakte Grundrisse nach Tiny-House-Prinzip mit Schlaf-Empore und Pantry-Küchen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/173/2021
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 2 Dokumente
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (2)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8366 kB
- 📄Sitzungsvorlage 12.11.2021PDF; CHARSET=UTF-899 kB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Die Gemeinde prüft, ob beim Bau der neuen Rettungswache gleichzeitig Dauerwohnungen für Gemeindebedienstete und andere öffentliche Angestellte entstehen sollen. Hintergrund: Die Gemeinde hat derzeit drei Wohnungen weniger als Planstellen, mittelfristig werden sogar fünf Wohnungen benötigt. Die Verwaltung empfiehlt einen gemeinsamen Bau (Variante A), weil das Kosten spart; der Rat soll über drei Varianten entscheiden — von gemeinsamem Bau über Bauvoranfrage für einen anderen Träger bis zur Ablehnung.
Die Verwaltung empfiehlt, auf den Bau eines Wohngebäudes neben der geplanten neuen Rettungswache vorerst zu verzichten. Die Kostenschätzung liegt bei 1,8 Mio. Euro — zu hoch und finanziell für die Gemeinde nicht darstellbar. Zusätzlich würden Zeitdruck und Planungsrisiken entstehen, wenn der Baubeginn parallel zur Rettungswache im November 2022 angestrebt würde. Der Beschlussvorschlag sieht vor, das Wohnbauprojekt zurückzustellen, aber die Möglichkeit einer späteren Realisierung im Bebauungsplan offenzuhalten.
Ein Wohn- und Geschäftshaus auf Spiekeroog soll im rückwärtigen Gebäudeteil aufgestockt werden, um drei Personalwohnungen als Dauerwohnungen zu schaffen. Dazu wird das bestehende kleine Satteldach durch ein größeres ersetzt; die Wohnfläche wächst von rund 45 auf rund 85 Quadratmeter. Das Vorderhaus ist ein eingetragenes Baudenkmal, daher braucht das Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen. Der Beschlussvorschlag lautet, dieses Einvernehmen zu erteilen.
Die Gemeinde Spiekeroog prüft, ob die Erbbaurechtsverträge im Wohngebiet Slurpad und Lütt Slurpad angepasst werden müssen. Das Gebiet wurde vor rund 25 Jahren als Modellprojekt für erschwinglichen Dauerwohnraum für Insulaner:innen geschaffen — mit 40-jähriger Erbbaurecht-Laufzeit, die nun ausläuft. Der Bauausschuss diskutiert offene Fragen zu Berechtigungskreis, Nutzungsregeln und Spekulationsschutz, ohne heute einen Beschluss zu fassen.