Nachgenehmigung Vergabe Grünpflege
Stand der Beratung
Abgelehnt · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 23. April 2020
Abgelehnt
am 23. April 2020 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog genehmigt im Nachhinein die Vergabe von Grünpflegedienstleitungen in Teilen des öffentlichen Raumes an den Anbieter B zu 2.281,80 € (brutto). BM Piszczan erläutert den Sachstand. Der Stelle des neuen Bauhofmitarbeiters sollte u.a. durch den Wegfall externer Grünpflegearbeiter gegenfinanziert werden. Da die Bauhofstelle mit 17,5 Std. pro Woche der Schule übergeben wurde, sind die Tätigkeiten der Grünpflegedienste wieder ausgeschrieben worden; es sind zwei Angebote eingegangen. Aufgrund des Ausfalls des Umweltausschusses konnte das Thema nicht im Vorfeld in den Gremien besprochen werden und das Angebot des deutlich günstigsten Anbieters wurde angenommen. RM Warenski findet es richtig, dass das Angebot angenommen wurde; er kritisiert, dass 17,5 Std. pro Woche an die Schule vergeben wurden und dies solle so bald wie möglich beendet werden, damit – wie geplant – der Bauhofmitarbeiter alle gemeindlich anfallenden Grünpflegeaufgaben erledigen könne. RV Redelfs erwähnt, dass der Anbieter günstig war, aber ihrer Meinung nach nicht gut gearbeitet habe. Daher hätte sie diese Arbeiten nicht wieder an ihn gegeben. Sie fragt, was passieren würde, wenn man den Vertrag nicht einhalten würde. Sie möchte den Anbieter nicht mehr für diese Arbeiten beauftragen. Die Arbeiten sollten nochmals ausgeschrieben werden. RM Germis stimmt zu, dass die Arbeiten des Anbieters nicht gut wären. RM Weibels trägt den entsprechenden Ratsbeschluss aus 2019 vor. Demnach sollte für die Vergabe der Grünpflege im Dorfplatzbereich für 2020 der Rat mit einbezogen werden und auch in Absprache mit Frau Strothmann. Er kritisiert ebenfalls die Arbeiten des günstigeren Anbieters. BM Piszczan wiederholt, dass mit Einplanung des zweiten Gemeindearbeiters die Grünpflege des Dorfplatzes von dem Bauhof Mitarbeiter erledigt werden sollten. Fachlich seien alle Aufgaben vom letztjährigen Auftragnehmer sorgfältig erledigt worden. Auch Wünsche von Frau Strothmann wären berücksichtig worden. RV Redelfs widerspricht; man müsse kein Fachmann sein um zu beurteilen, dass viele Arbeiten nicht sorgfältig erledigt wurden. Sie begrüßt, dass Frau Strothmann für die Dorfplatzgestaltung zur Verfügung steht. Es sei wichtig, dass die Arbeiten richtig und sorgfältig erledigt würden. RM Klasing erwähnt, dass der Vertrag mit dem Anbieter jetzt geschlossen sei und man klären müsse, wie man damit umgeht. Er findet, dass die Angebote nicht miteinander vergleichbar seien, da unterschiedliche Aufgaben gepreist würden.. RM Germis merkt an, dass der Dorfplatz eine exponierte Lage habe und starke Aufmerksamkeit bei den Gästen hervorruft. Der Dorfplatz sei nicht zu vergleichen mit anderen Grünflächen der Gemeinde. Auch er begrüße die Arbeiten von Frau Strothmann. RM Klasing merkt an, dass der Beschluss des Rates aus 2019 hätte befolgt werden müssen. BM Piszczan merkt an, dass der Bauhof Mitarbeiter dafür zuständig sein sollte. Die Ausschreibung könnte zurückgenommen werden. Der Anbieter hätte vermutlich das Recht, die Gewinnerwartung abzurechnen, die überschaubar wäre. Eine neue Ausschreibung wäre möglich. Der Ausschreibungstext war für alle Anbieter gleich. Aus Sicht der Verwaltung wäre ein Anbieterwechsel nicht notwendig, weil keine Beschwerden gekommen wären, bis auf die Rückmeldungen von Frau Strothmann. RM Weibels erwähnt nochmals, dass der Rat mitentscheiden will und nicht die Verwaltung allein die Entscheidung treffen kann. RM Klasing ergänzt, dass die Verwaltung bereits entschieden habe und es jetzt um eine Nachgenehmigung gehe. RV Redelfs stellt klar, dass Frau Strothmann die Gestaltung des Dorfplatzes in der Hand haben sollte. RM Warenski findet, dass der Preisunterschied zwischen den Angeboten erheblich sei und daher der Auftrag in diesem Jahr so weiterlaufen solle. Der Bauhof Mitarbeiter soll im nächsten Jahr freigestellt sein für die Grünpflege und Frau Strothmann sollte das Konzept bzw. die Gestaltung innehaben. BM Piszczan erwähnt, dass der Auftrag zurückgenommen werden könne, weil die Verwaltung diesen Auftrag fehlerhaft vergeben habe. RM Germis meint, dass der Dorfplatz als eigene Einheit gesehen werden solle. RV Redelfs merkt an, dass die Ausschreibungsmodalitäten geändert werden könnten. BM Piszczan erkennt die Arbeit von Frau Strothmann an und lobt die Leistungen. RM Klasing meint, die Verwaltung sei Auftraggeber und müsse daher die Arbeiten koordinieren. Der TOP der Dorfpflege solle dringend in der nächsten Umweltausschuss Sitzung besprochen werden.
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Verwaltung hat die Grünpflege für den Dorfplatz und andere öffentliche Grünflächen 2020 ohne vorherigen Ratsbeschluss an einen externen Dienstleister vergeben und holt die Genehmigung nun nachträglich ein. Hintergrund: Der neue Bauhofmitarbeiter wurde kurzfristig als Schulhausmeister eingesetzt und konnte die Grünpflege daher nicht übernehmen. Drei Firmen wurden angefragt; das günstigste Angebot über 2.284,80 Euro brutto erhielt den Zuschlag. Der Rat soll die Vergabe rückwirkend genehmigen.
Einordnung
Beschlussvorlage der Verwaltung zur nachträglichen Genehmigung einer Auftragsvergabe, die ohne regulären Ratsbeschluss erfolgte. Beratung im Verwaltungsausschuss und Rat am 23. April 2020.
Hintergrund
Im Vergabebeschluss 2019 hatte der Rat die Entscheidung über die Grünpflege 2020 sich selbst vorbehalten. Gleichzeitig sollte ein neu geschaffener Bauhofmitarbeiter diese Aufgabe übernehmen, um externe Kosten zu sparen. Im Januar 2020 bat der Landkreis die Gemeinde, den Bauhofmitarbeiter als Schulhausmeister einzusetzen, weil eine eigene Einstellung auf der Insel kaum möglich war. Damit entfiel die geplante Eigenleistung, und die Zeit für ein reguläres Vergabeverfahren vor Beginn der Vegetationsperiode reichte nicht mehr aus.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Die Pflege des Dorfplatzes und anderer öffentlicher Grünanlagen ist für alle Insulaner:innen und Gäste sichtbar. Die Vergabe läuft über den laufenden Haushalt; Mehrkosten werden durch Lohnkostenerstatten des Landkreises für den Bauhofmitarbeiter an der Schule gegenfinanziert. Für einzelne Bürger:innen entstehen keine direkten Folgen.
Die wichtigsten Punkte
- Die Grünpflege öffentlicher Flächen wurde ohne vorherigen Ratsbeschluss an einen externen Anbieter vergeben
- Drei Firmen wurden angefragt; ein Angebot lautete auf 7.351,11 Euro, das günstigere auf 2.284,80 Euro brutto
- Den Zuschlag erhielt die günstigere Firma für 2.284,80 Euro brutto
- Die Gegenfinanzierung erfolgt über Lohnkostenerstattungen des Landkreises für den Bauhofmitarbeiter in der Inselschule
- Der Rat soll die bereits erfolgte Vergabe nachträglich genehmigen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/016/2020
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8203 kB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Eine ehrenamtliche Inselbewohnerin pflegt den Dorfplatz und die Dorfwiese seit rund 20 Jahren aus eigener Tasche und mit Spendengeldern — das kann sie künftig nicht mehr im bisherigen Umfang leisten. Die Verwaltung legt dem Umweltausschuss dar, welche Pflegeaufgaben bisher ehrenamtlich erledigt wurden, und fragt, welche davon die Gemeinde übernehmen oder finanzieren will. Die handschriftliche Kostenaufstellung nennt jährliche Ausgaben von grob 1.000 bis 1.700 Euro allein für die Topfbepflanzung sowie rund 2.500 Euro für Möbel- und Sandkastenpflege.
Die Gemeinde Spiekeroog soll die Pflege der Dorfwiese dauerhaft als freiwillige Leistung übernehmen und einen neuen Sandkasten anschaffen. Der Rat entscheidet, welche Einzelaufgaben — Mähen, Möbelreinigung, Reparatur, Einlagerung, Wässerung, Ersatzbeschaffung — die Verwaltung künftig regelmäßig erledigt. Für den Sandkasten werden einmalig rund 2.500 Euro und jährlich 500 Euro Unterhalt veranschlagt.
Die Gemeinde Spiekeroog hat die Straße Noordertün als zweiten Ausrückweg für die Feuerwehr ausgebaut und den Auftrag dafür bereits vorab an die Firma Zinsenhofer aus Hohenkirchen vergeben. Der Auftragswert beträgt 24.216,50 Euro. Da dieser Betrag den vom Rat festgelegten Schwellenwert von 10.000 Euro übersteigt, holt die Verwaltung nun die nachträgliche Genehmigung des Rats ein. Der Rat soll die Vergabe rückwirkend beschließen.
Die Verwaltung hat im laufenden Abwägungsprozess zur möglichen Zusammenlegung des gemeindlichen Bauhofs mit dem Wirtschaftshof der Nordseebad Spiekeroog GmbH (NSB) eine Bedarfsanalyse erstellt. Ergebnis: Für die Pflichtaufgaben des Bauhofs — darunter gesetzliche Kontrollen von Straßen, Spielplätzen und Brandschutztechnik — werden mindestens 2,3 Vollzeitstellen benötigt. Die Informationsvorlage dient der zweiten Beratungsrunde im Haushalts- und Finanzausschuss.