Die Gemeinde Spiekeroog will den historischen Pferdebahnwagen als offiziellen Trauort für standesamtliche Eheschließungen einrichten. Die Hochzeitsgesellschaft fährt dabei gemeinsam mit der Standesbeamtin oder dem Standesbeamten vom Bahnhof zur Deichschart und zurück — die Zeremonie dauert rund 30 bis 40 Minuten. Für die Nutzung des Wagens wird eine zusätzliche Gebühr von 330 Euro erhoben. Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, die organisatorischen und rechtlichen Schritte umzusetzen.
Kultur & Vereine
Kulturstiftung, Vereinsleben, Veranstaltungen, Feuerwehr.
Kultur in Spiekeroog wird vor allem von ehrenamtlichen Strukturen getragen: Kulturstiftung Spiekeroog, Inselmuseum, Heimatverein, Sportverein, Feuerwehr, Kirchengemeinden. Die Gemeinde finanziert nicht selbst, sondern bezuschusst.
Vorlagen drehen sich um Vereinszuwendungen, Veranstaltungen für Insulaner:innen abseits der touristischen Programmlinie, Projekte wie die geplanten Audiostationen im Ortskern, kirchliche Belange und denkmalpflegerische Fragen.
Strittig wird es selten — meist geht es um Verteilungsfragen zwischen verschiedenen ehrenamtlichen Strukturen und die Höhe von Zuschüssen.
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Die Gemeinde soll entscheiden, ob sie die Ostbake — ein altes Seezeichen am östlichen Inselende — kostenlos vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) übernimmt. Das WSA braucht die Bake für die Schifffahrt nicht mehr und will sie abreißen, falls die Gemeinde ablehnt. Die Verwaltung empfiehlt, das Angebot abzulehnen, weil Unterhaltung, Verkehrssicherung und mögliche Pachtzahlungen dauerhaften Aufwand verursachen würden. Der Beschlussvorschlag lautet: keine Übernahme, das WSA soll entsprechend informiert werden.
Die Kulturstiftung Spiekeroog will im Ortskern zwei kleine Audiostationen als Stelen aufstellen, die Besucher:innen und Einheimische per QR-Code oder ähnlichem zu einem digitalen Audioguide über die Baugeschichte der Insel führen. Die Stelen (rund 100 x 28 x 28 cm) sollen sich gestalterisch in das denkmalgeschützte Ortsbild einfügen. Geplante Standorte sind das gemeinsame Grundstück von Gemeinde und Kulturstiftung beim Inselmuseum sowie die Straßenbegleitfläche im Bereich Süderloog und Südermenss. Der Gemeinderat soll der Aufstellung auf gemeindlichen Flächen zustimmen.
Der Spiekerooger Sportverein (SSV) beantragt, die jährliche Gemeindezuwendung von 5.000 auf 10.000 Euro zu verdoppeln – rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Grund sind stark gestiegene Nutzungskosten für das Sportdeck (Mehrzweckhalle der Nordseebad Spiekeroog GmbH), die 2026 bis zu 20.000 Euro betragen sollen. Der Rat soll grundsätzlich zustimmen und über zwei Varianten entscheiden: entweder keine Anpassung für 2026 (Variante A) oder eine überplanmäßige Zusatzzahlung von 5.000 Euro noch in diesem Jahr (Variante B), bevor ab 2027 regulär 10.000 Euro eingeplant werden.
Eine Gruppe engagierter Insulaner:innen übernimmt für drei Jahre das Aufstellen, Schmücken und den Abbau des Weihnachtsbaums auf dem Dorfplatz. Die Aufgabe wird ehrenamtlich erledigt; die Gemeinde erstattet nur tatsächliche Sachkosten wie Beleuchtung und Dekoration. Der Rat soll beschließen, der Gruppe diesen Auftrag zu erteilen und dafür jährlich 250 Euro bereitzustellen.
Die Verwaltung beantragt für fünf Veranstaltungen im Jahr 2026 Ausnahmen von der Nachtruhe, die ab 22 Uhr gilt. Betroffen sind Tanz in den Mai, Pfingstregatta, Public Viewing, das 50. Bäderturnier und das Dorffest — mit genehmigten Zeiten bis maximal 2:30 Uhr. Der Rat soll die Ausnahmen en bloc beschließen, verbunden mit Lärmschutzauflagen und Informationspflicht gegenüber Anwohner:innen.
Die Gemeinde Spiekeroog soll die beiden verbliebenen ehemaligen Telekom-Telefonzellen für je 10 Euro kaufen und dauerhaft gemeinwohlorientiert nutzen. Eine der Zellen wird bereits als offener Bücherschrank genutzt und soll so erhalten bleiben. Alternativ würde die Telekom die Anlagen im ersten Quartal 2026 abreißen. Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, den Kaufvertrag abzuschließen und die weitere Nutzung zu regeln.
Die Gemeinde soll den jährlichen Zuschuss zur Kameradschaftskasse der Freiwilligen Feuerwehr Spiekeroog um 500 Euro auf künftig 2.000 Euro erhöhen. Anlass war eine Anregung des Gemeindebrandmeisters während der Haushaltsberatungen. Die Erhöhung ist bereits im Entwurf des Haushaltsplans 2026 eingearbeitet. Der Rat soll die Erhöhung beschließen und in der Mittelfristplanung fortschreiben.
Die Gemeinde prüft, das historische Rettungshaus am Zeltplatz und den geschlossenen Pferdebahnwagen als offizielle Trauzimmer zu widmen. Der Pferdebahnwagen würde als mobiles Trauzimmer bundesweit einzigartig sein: Die Trauung beginnt am Bahnhof, fährt bis zum Deichschart und wechselt anschließend ins Rettungshaus. Der Rat soll zunächst ein Stimmungsbild abgeben, ob die Verwaltung die konkreten Schritte — Widmung, Gebührenordnung, Organisation — vorbereiten soll.
Die Gemeinde will für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Spiekeroog eine zusätzliche Unfallversicherung abschließen. Bei einer Überprüfung aller Versicherungsverträge stellte die Verwaltung fest, dass die bestehende Absicherung in seltenen Ausnahmefällen nicht greift. Die Zusatzversicherung kostet jährlich 289,46 Euro brutto und ist eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Der Rat soll den Abschluss beschließen.
Die Gemeinde Spiekeroog schließt mit dem Spiekerooger Segelclub (SSC) einen neuen, auf drei Jahre befristeten Nutzungsvertrag über die Steganlage im Hafen. Das jährliche Entgelt des SSC an die Gemeinde steigt auf 17.000 Euro netto (zuzüglich MwSt.), wird künftig an den Verbraucherpreisindex gekoppelt und rückwirkend für 2023/2024 auf 15.000 Euro angehoben — daraus ergibt sich eine Nachzahlung des SSC von 6.583,28 Euro. Der bisherige Jahreszuschuss von 2.000 Euro entfällt; die verbleibende Differenz zu den Kosten aus dem nPorts-Hafenüberlassungsvertrag trägt die Gemeinde (rund 9.902 Euro im Jahr 2025). Der Rat hat dem Beschlussvorschlag mit Befristung auf drei Jahre zugestimmt.
Die Gemeinde genehmigt für vier Veranstaltungen im Jahr 2025 Ausnahmen von der nächtlichen Ruhezeit laut Spiekerooger Lärmschutzverordnung. Betroffen sind Tanz in den Mai (30.4., bis 1 Uhr), Pfingstregatta (8.6., bis 3 Uhr), Dorffest (2.9., bis 1 Uhr) und das 100-jährige Jubiläum des Klootschießervereins (6.9., bis Mitternacht). Veranstalter müssen Lärmschutzauflagen einhalten und Anwohner:innen rechtzeitig informieren. Der Rat soll die Genehmigungen gesammelt beschließen.
Der Klootschießer- und Boßelverein An de Strand lang beantragt ein Höhenfeuerwerk für sein 100-jähriges Vereinsjubiläum am 6. September 2025. Rat und Verwaltungsausschuss sollen darüber beraten, ob die Genehmigung erteilt, abgelehnt oder eine Alternativveranstaltung geprüft wird. Die Vorlage wägt Vereinstradition gegen Naturschutzbelange ab. Der konkrete Beschlussvorschlag wird erst in der Sitzung formuliert.
Die Gemeinde plant fünf konstruktive Stützpfeiler, um die bekannte 'Alte Ulme' im Bereich Noorderloog dauerhaft zu sichern. Ein Gutachten hatte 2023 belegt, dass der Baum bei Starkwind nicht standsicher genug ist. Im Januar 2025 wurde die Krone bereits entlastet; nun soll der Rat über die nächsten Schritte entscheiden. Der Beschlussvorschlag wird erst in der Sitzung formuliert.
Die Gemeinde ändert den Zahlungsweg ihrer Sportförderung: Statt direkt an die Nordseebad Spiekeroog GmbH (NSB) zu zahlen, überweist sie künftig eine Zuwendung an den Sportverein Spiekeroog (SSV), der damit selbst das Nutzungsentgelt für das Sportdeck begleicht. Die Förderhöhe bleibt vorerst bei 5.000 Euro pro Jahr, wird aber jährlich im Haushalt geprüft. Der Rat soll diese Neuregelung des Geldflusses beschließen.
Die historische Flatter-Ulme im Dorf Spiekeroog — ein rund 175 Jahre alter, ortsbildprägender Baum — ist nach einem Zuglasttest als nicht stand- und bruchsicher eingestuft worden. Der Rat beauftragt die Verwaltung, zwei Optionen zur Sicherung weiterzuentwickeln: einen deutlichen Kronenrückschnitt sowie eine konstruktive Abstützung mit Fundamenten. Für beide Varianten sollen Kostenschätzungen erarbeitet und dem Rat zur abschließenden Entscheidung vorgelegt werden.
Die Gemeinde Spiekeroog soll ihre kommunale Kofinanzierung für das LEADER-Projekt Historisches Rettungshaus Spiekeroog um 7.350 Euro auf insgesamt 78.600 Euro erhöhen. Die finale Kostenkalkulation für die endgültige Fördergenehmigung ergab einen Gesamtaufwand von rund 985.000 Euro, wovon das EU-Förderprogramm LEADER rund 314.000 Euro übernimmt. Der Rat soll die Mehrkosten als überplanmäßige Ausgabe aus dem Haushalt 2024 freigeben.
Die Freiwillige Feuerwehr Spiekeroog bekommt eine neue Führung: Der Rat soll drei Männer als Ehrenbeamte in die Feuerwehrleitung berufen. Claas Warenski wird als Gemeindebrandmeister vorgeschlagen, Kai Kröger als 1. und Jonathan Binder als 2. stellvertretender Gemeindebrandmeister. Gleichzeitig soll der bisherige 1. stellvertretende Gemeindebrandmeister Achim Dallmer formal abberufen werden, da er nicht erneut kandidiert hat.
Beim laufenden Umbau des denkmalgeschützten Rettungshauses am Zeltplatz ergeben sich geringfügige Planänderungen, für die ein Nachtrag zur Baugenehmigung nötig ist. Die WC-Anlage wird im Anbau neu angeordnet, ein barrierefreier Eingang entsteht an der Südseite. Im Inneren werden nachträglich eingebaute Räume zurückgebaut und der historische Rotklinkerboden nachempfunden. Der Rat soll das gemeindliche Einvernehmen für den Nachtrag erteilen.
Der Rat soll Katja Rucart als neues Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Spiekeroog berufen. Der bisherige Amtsinhaber Bernd Fiegenheim, Gründer der Stiftung, hatte sein Mandat niedergelegt. Nach einer ausgeweiteten Suche empfiehlt der Stiftungsvorstand Katja Rucart wegen ihrer längeren Verbundenheit mit der Insel. Der Beschlussvorschlag lautet: Der Rat beruft Katja Rucart für den frei gewordenen Vorstandssitz.
Die Gemeinde soll insgesamt 133.750 Euro als kommunalen Eigenanteil für zwei EU-geförderte LEADER-Projekte der Nordseebad Spiekeroog GmbH bereitstellen. Für das Historische Rettungshaus wird die bisherige Zusage von 50.000 Euro auf 71.250 Euro aufgestockt, weil zusätzliche Fördermittel verfügbar sind. Neu hinzu kommt eine Kofinanzierung von 62.500 Euro für die Gleisverlängerung, die als Startprojekt der neuen LEADER-Förderperiode anerkannt wurde. Die Verwaltungsleitung knüpft ihre Zustimmung daran, dass die laufende Spendenkampagne der NSB die Gemeindemittel gegenfinanziert.
Die Gemeinde soll das Inselmuseum im denkmalgeschützten Haus Frentz finanziell unterstützen. Im Haushalt 2023 sind einmalig 6.000 Euro als Zuschuss an die Kulturstiftung Spiekeroog vorgesehen — die Hälfte des Eigenanteils für eine laufende Fassadenrenovierung. Ab 2024 soll geprüft werden, ob jährlich weitere 6.000 Euro als zweckgebundene Instandhaltungsrücklage eingeplant werden können.
Die Gemeinde Spiekeroog plant auf dem Schulgelände einen Jugendoutdoorplatz mit einem Lehm-Pumptrack, einer gebrauchten Mini-Rampe und einer Chill-Zone mit Sitzgelegenheiten. Jugendliche haben die Inhalte in Workshops mitgestaltet. Der Platz soll bis Ende 2023 fertig sein und ausschließlich Inselkindern und -jugendlichen offenstehen. Ein Beschluss war nicht erforderlich, die Vorlage diente der Information des Gemeinderats.
Der Gemeinderat soll einen Vorstandssitz in der Kulturstiftung Spiekeroog neu besetzen. Bernd Fiegenheim legt sein Mandat aus Altersgründen nieder. Der Vorstand der Kulturstiftung schlägt einstimmig Lars Bücking als Nachfolger vor, weil er lokalen Bezug sowie Bekanntheit auf der Insel mitbringt. Der Beschlussvorschlag lautet: Abberufung von Bernd Fiegenheim und Berufung von Lars Bücking.
Die Gemeinde soll ihren Eigenanteil für die Sanierung des Historischen Rettungshauses erhöhen. Das LEADER-Förderprojekt der Nordseebad Spiekeroog GmbH (NSB) wird teurer als 2020 geplant. Das Amt für regionale Landesentwicklung erhöht die Förderung von 164.000 auf 200.000 Euro. Der Rat soll deshalb den kommunalen Kofinanzierungsanteil von bisher 43.793,75 Euro auf 50.000 Euro anheben.