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Spiekeroog-Radar
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Sitzungsvorlage
Sachverhalt, den ein Gremium berät.

Oberflächenentwässerung | Ergebnis Bestandsaufnahme | weitere Schritte

Stand der Beratung

Einstimmig beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 13. Februar 2025

Beschluss

Beschlossen — einstimmig

am 13. Februar 2025 im Rat der Gemeinde Spiekeroog

Worum es ging

1. Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der aktualisierten Bestandsaufnahme und der Prioritätenliste zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, kurzfristig Maßnahmen zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung umzusetzen und den bereits eingeschlagenen Weg der Intensivierung fortzusetzen. Im Haushalt 2025 sind dafür EUR 10.000 eingeplant, diese werden entsprechend verausgabt. 2. Bei künftigen Bauvorhaben und insbesondere Neubaugebieten ist auf die Entwässerung ein besonderes Augenmerk zu legen und mit einem Fachbüro – sofern konstruktiv möglich – eine gedrosselte Regenwasserabführung sicherzustellen. 3. Im Aufgabenverteilungsplan der Gemeindeverwaltung sind die personellen Ressourcen zu schaffen, den Fachbereich „Entwässerung“ auszubauen. Ein Stellenanteil von 0,1 VZ in der Verwaltung und 0,2 VZ im Bauhof wird hierbei angestrebt. 4. In den Haushalten ab 2026 werden die Kostenansätze für bauliche Verbesserungen verstetigt und zudem Finanzmittel für den baulichen Unterhalt (Spülung, Kamerabefahrung etc.) sowie Ingenieurleistungen im Hinblick auf den GEP vorgesehen. Über die Höhe wird im Zuge der Haushaltsberatung entschieden. 5. Mittel- und langfristigen Maßnahmen zur konstruktiven Verbesserung der Oberflächenentwässerung werden im Zuge der Dorfentwicklung erörtert. Parallel sind Fördermöglichkeiten aus Klimafolgenanpassungsfonds zu prüfen. BM Kösters stellt eine Präsentation vor, die den Sachverhalt darstellt und auch die Situation der Vergangenheit mit erläutert, sodass der jetzige Status verständlich wird. Die Entwässerung ist historisch gewachsen und war bisher in der Verwaltung ein Randthema ohne finanzielle Ausstattung, weil es keine größeren Probleme gab. Auch der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich dies verändert. Ein Ingenieurbüro hat einen Plan erstellt, wie man mit dem Thema der Entwässerung weiter umgehen sollte. Dies hat auch die Versickerung betroffen, die teilweise problematisch ist. Es wurden dabei keine gravierenden Probleme festgestellt. Es wurden Empfehlungen für die Verbesserung der Entwässerung des Dorfgebietes vorgestellt. Dabei geht es um eine Punktentwässerung, um die Beseitigung von Querschnittsverengungen und um die Säuberung, bzw. das Ausmulchen der Versickerung im Seitenraum. Ebenso soll die Entwässerung des Kirchplatzes erneuert werden. An verschiedenen Punkten soll die Entwässerung über die Richelwiesen erfolgen. In Zukunft soll die Entwässerung bei neuen Bauvorhaben mitberücksichtigt und mit der Unteren Wasserbehörde abgestimmt werden. Die bisherigen Maßnahmen bleiben erhalten und sollten ergänzt werden. Die Dorfentwicklung sollte Maßnahmen berücksichtigen und über Fördermittel abdecken. Ein Generalentwässerungsplan wäre sehr aufwendig und kostspielig in der Erstellung und Umsetzung und sollte nicht prioritär gesehen werden. Man sollte sich diesem Schritt für Schritt nähern. Im Haushalt sind jetzt jährlich 10.000€ eingestellt. Bei Starkregen funktioniert die Oberflächenentwässerung nicht zufriedenstellend. Aufgrund des sandigen Bodens, versickert das überschüssige Wasser ohnehin nach relativ kurzer Zeit. Der Wasserfluss ist weitestgehend nachvollziehbar, da auf der Insel keine Bäche/Flüsse oder Schluchten sind, ergibt sich kein hohes Risikopotential bei Starkregenereignissen. Von einer exakten Simulation wird abgeraten, diese würde über 50.000€ kosten. Jeder Hauseigentümer ist aber auch selbst gefordert, etwaige Gefahren zu erkennen und Vorsorge zu treffen. Eine Vergabe des Themas an den OOWV wäre zwar der einfachste Weg, dieser würde das professionell umsetzen und es würden sehr hohe Kosten entstehen. Der OOWV würde die Kosten auch auf die Gemeinde und Anwohner umlegen. Der OOWV berechnet den Aufwand anhand der Wasser- und Abwasserkalkulation und sonstigen Kosten, dabei würden versiegelte Flächen besonders betrachtet und bepreist. Die meisten versiegelten Flächen hat die Gemeinde über die Straßenflächen. Ein Generalentwässerungsplan wäre eine theoretische Berechnung der Leistungsfähigkeit der Entwässerungen. Dabei werden dann auch z.B. Rohre nach DIN betrachtet und geprüft und ggf. geändert. Allein solche Kosten führen am Ende zu deutlich höheren Kosten und weiteren Maßnahmen führen, auf die die Gemeinde verzichten sollte. RV Redelfs weist auf die geplante Personalressource hin, die in der Gemeinde für diese Aufgaben vorgehalten werden soll.

Zusammenfassung

Wie das funktioniert
Wie wichtig für die Insel?
hoch

Die Gemeinde will das Entwässerungssystem auf Spiekeroog verbessern und stellt dafür erste Weichen. Ein Ingenieurbüro hat den Bestand aufgenommen und eine Prioritätenliste erarbeitet. Der Rat soll 10.000 Euro für kurzfristige Maßnahmen freigeben, personelle Ressourcen in der Verwaltung schaffen und ab 2026 dauerhaft mehr Mittel einplanen. Mittelfristig soll geprüft werden, ob ein Generalentwässerungsplan und ein gesondertes Starkregen-Konzept erarbeitet werden.

Einordnung

Beschlussvorlage der Verwaltung (Ordnungsamt), eingebracht als Folgeberatung nach einer ersten Bestandsdiskussion im Frühjahr 2024. Der Rat soll nun konkrete Schritte und Ressourcen beschließen.

Hintergrund

Im Frühjahr 2024 beriet der Gemeinderat erstmals umfassend über die Oberflächenentwässerung. Dabei stellte er fest, dass das historische System aus Gräben, Rohren und Versickerungsschächten durch zunehmende Flächenversiegelung und Klimawandel unter Druck gerät. Ein Ingenieurbüro wurde daraufhin beauftragt, den Bestand zu aktualisieren und Verbesserungsmaßnahmen zu priorisieren. Die Ergebnisse bilden nun die Grundlage für eine politische Weichenstellung.

Was bedeutet das für Insulaner:innen?

Überschwemmte Wege und Keller bei Starkregen betreffen alle Insulaner:innen und Gäste unmittelbar. Die geplanten Maßnahmen sollen die Insel langfristig besser vor Überflutungen schützen. Neue Bauprojekte sollen künftig von Beginn an entwässerungsgerecht geplant werden. Für Anwohnende in besonders betroffenen Bereichen könnte sich die Situation durch priorisierte Baumaßnahmen konkret verbessern.

Die wichtigsten Punkte

  • Für 2025 sind 10.000 Euro für kurzfristige Verbesserungsmaßnahmen an der Entwässerung vorgesehen
  • Ab 2026 sollen die Haushaltsmittel für Entwässerung dauerhaft erhöht werden, unter anderem für Kamerabefahrungen und Ingenieurleistungen
  • Die Verwaltung soll personell aufgestockt werden: 0,1 Vollzeitstellen in der Verwaltung und 0,2 im Bauhof für den Fachbereich Entwässerung
  • Bei künftigen Bauvorhaben ist eine gedrosselte Regenwasserabführung mit einem Fachbüro sicherzustellen
  • Geprüft werden soll, ob ein Generalentwässerungsplan und ein gesondertes Starkregen-Konzept erarbeitet werden, auch mit Blick auf Fördermittel aus Klimafolgenanpassungsfonds

KI-gestützt zusammengefasst, Stand 24. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.

Eckdaten

Aktenzeichen
01/002/2025
Typ
📄 Sitzungsvorlage
Anhänge
1 Dokument
Im Radar seit
19. Mai 2026
Zuletzt aktualisiert
24. Juli 2026
Original
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Anlagen (1)

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    Sitzungsvorlage
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    - 1 -
    BESCHLUSSVORLAGE
    öffentlich
    Oberflächenentwässerung | Ergebnis Bestandsaufnahme | weitere Schritte
    Sachverhalt:
    Im Frühjahr 2024 wurde im Gemeinderat über die Situation der Oberflächenentwässerung
    auf Spiekeroog umfassend beraten. Dabei wurde festgestellt, dass die historische Struktur
    des Entwässerungssystems, bestehend aus Gräben, Entwässerungsrohren und
    Versickerungsschächten, über die Jahre zunehmend belastet wurde. Insbesondere der
    Ausbau von Flächen und die Versiegelung haben zu einer teilweisen Verschlechterung der
    Entwässerungssituation geführt. Es wurde deutlich, dass die Inselentwässerung durch den
    Klimawandel und Starkregenereignisse zunehmend an Bedeutung gewinnt und ggfs. neu
    organisiert und priorisiert werden muss.
    Im Rahmen des erteilten Auftrags hat ein Ingenieurbüro die Bestandsaufnahme aktualisiert
    und eine Prioritätenliste mit Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Diese Ergebnisse werden
    nun vorgestellt und beraten. Im Zuge der Ausarbeitung wurde weiterhin eine eventuell
    nachgelagerte Erarbeitung eines Generalentwässerungsplanes (GEP) geprüft und eine
    (erste) Abwägungsgrundlage geschaffen, auf welcher nun eine politische Beratung und
    Weichenstellung erfolgen kann. In diesem Zusammenhang gilt es festzulegen, mit welcher
    Priorität und mit welchen Ressourcen die Gemeinde künftig im Bereich der
    Oberflächenentwässerung agiert.
    Weiterhin steht die Frage im Raum, ob das Thema "Starkregen" gesondert konzeptionell
    vertieft werden soll. Starkregenereignisse stellen eine zusätzliche Herausforderung dar, die
    nur bedingt mit der klassischen Oberflächenentwässerung zusammenhängen. Die
    Problematik ergibt sich aus plötzlichen, extremen Regenereignissen, die innerhalb kurzer
    Zeit große Wassermengen produzieren. Während das Entwässerungssystem für den
    kontinuierlichen Abfluss von Oberflächenwasser konzipiert ist, kann es bei
    Starkregenereignissen schnell überlastet werden. In der Modellierung von
    Starkregenereignissen und ihrer Gefahren geht man i.d.R. davon aus, dass die reguläre
    Entwässerung nicht mehr funktioniert.
    Beschlussvorschlag:
    1. Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der aktualisierten Bestandsaufnahme und der
    Prioritätenliste zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, kurzfristig Maßnahmen
    zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung umzusetzen und den bereits
    eingeschlagenen Weg der Intensivierung fortzusetzen. Im Haushalt 2025 sind dafür
    EUR 10.000 eingeplant, diese werden entsprechend verausgabt.
    Gemeinde Spiekeroog
    Ordnungsamt
    Vorlagen-Nr.
    01/002/2025
    ↓ Beratungsfolge Sitzungstermin TOP
    Verwaltungsausschuss der Gemeinde Spiekeroog 04.02.2025
    Rat der Gemeinde Spiekeroog 13.02.2025
    Betreff:
    - 2 -
    2. Bei künftigen Bauvorhaben und insbesondere Neubaugebieten ist auf die
    Entwässerung ein besonderes Augenmerk zu legen und mit einem Fachbüro – sofern
    konstruktiv möglich – eine gedrosselte Regenwasserabführung sicherzustellen.
    3. Im Aufgabenverteilungsplan der Gemeindeverwaltung sind die personellen
    Ressourcen zu schaffen, den Fachbereich „Entwässerung“ auszubauen. Ein
    Stellenanteil von 0,1 VZ in der Verwaltung und 0,2 VZ im Bauhof wird hierbei
    angestrebt.
    4. In den Haushalten ab 2026 werden die Kostenansätze für bauliche Verbesserungen
    verstetigt und zudem Finanzmittel für den baulichen Unterhalt (Spülung,
    Kamerabefahrung etc.) sowie Ingenieurleistungen im Hinblick auf den GEP
    vorgesehen. Über die Höhe wird im Zuge der Haushaltsberatung entschieden.
    5. Mittel- und langfristigen Maßnahmen zur konstruktiven Verbesserung der
    Oberflächenentwässerung werden im Zuge der Dorfentwicklung erörtert. Parallel sind
    Fördermöglichkeiten aus Klimafolgenanpassungsfonds zu prüfen.
    Anlagenverzeichnis:
    01. Beschluss_Rat_02-2024
    02. Erläuterungsbericht
    03. Plan & Maßnahmen
    04. Angebot Starkregen
    Spiekeroog, den 27.01.2025
    (Kösters, Patrick)
    Abstimmungsergebnis:
    Fachausschuss Ja: Nein: Enth.:
    VA Ja: Nein: Enth.:
    RAT Ja: Nein: Enth.:

    Maschinell extrahiert am 21. Mai 2026. Layout-Elemente wie Tabellen oder Spalten können dabei verloren gehen — maßgeblich ist das Original-PDF.

Beratungsfolge

  1. Rat der Gemeinde Spiekeroog13. Februar 2025, 20:00 UhrEntscheidungeinstimmig

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