Oberflächenentwässerung und Starkregenproblematik
Stand der Beratung
Ohne Beschluss behandelt · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 19. Dezember 2024
In Beratung — Entscheidung steht aus
am 19. Dezember 2024 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Gemeinde will ihr Entwässerungssystem auf Spiekeroog verbessern und kurzfristig erste Maßnahmen umsetzen. Ein Ingenieurbüro hat die bestehende Bestandsaufnahme von 2011/2012 aktualisiert und eine Prioritätenliste erstellt. Für sofortige Maßnahmen sind im Haushalt 2025 bereits 10.000 Euro eingeplant. Der Rat soll außerdem entscheiden, ob das Thema Starkregen gesondert konzeptionell bearbeitet wird.
Einordnung
Beschlussvorlage der Verwaltung (Ordnungsamt) zur Fortführung der Beratungen über die Oberflächenentwässerung, die im Frühjahr 2024 begonnen wurde. Der Rat soll die Ergebnisse einer aktualisierten Bestandsaufnahme zur Kenntnis nehmen und über das weitere Vorgehen entscheiden.
Hintergrund
Im Frühjahr 2024 beriet der Gemeinderat erstmals umfassend die Entwässerungssituation auf Spiekeroog. Eine erste Bestandsaufnahme stammte aus den Jahren 2011/2012 und war veraltet. Die Gemeinde beauftragte daraufhin ein Ingenieurbüro mit einer Aktualisierung und einer Prioritätenliste für Maßnahmen. Das Entwässerungssystem — Gräben, Rohre und Versickerungsschächte — hat sich durch zunehmende Flächenversiegelung verschlechtert.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Stehende Pfützen und überflutete Wege nach starkem Regen betreffen alle Insulaner:innen und Gäste. Besonders kritisch ist der sogenannte Badewanneneffekt: Bei Hochwasser oder Sturmflut bleibt das Siel unter dem Deich geschlossen, Regenwasser kann dann nicht abfließen. Privateigentümer:innen sind laut Vorlage selbst für den Schutz ihrer Grundstücke und Gebäude verantwortlich.
Die wichtigsten Punkte
- Ein Ingenieurbüro hat die Bestandsaufnahme des Entwässerungssystems aktualisiert und eine Prioritätenliste mit Maßnahmen erstellt
- Für kurzfristige Verbesserungen sind im Haushalt 2025 rund 10.000 Euro vorgesehen
- Mittel- und langfristige Maßnahmen sollen im Rahmen der Dorfentwicklung erörtert werden
- Das Thema Starkregen wird als eigenständiges Problem behandelt, weil das reguläre Entwässerungsnetz bei Extremregen schnell überlastet ist
- Über das konkrete Vorgehen beim Starkregen sollte der Rat in der Sitzung entscheiden — der Beschlusspunkt war in der Vorlage noch offen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/097/2024
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 19. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-897 kB≈ 4 k Zeichen Volltext
Volltext (automatisch extrahiert) anzeigen
- 1 - BESCHLUSSVORLAGE öffentlich Oberflächenentwässerung und Starkregenproblematik Sachverhalt: Im Frühjahr 2024 wurde im Gemeinderat die Oberflächenentwässerung auf Spiekeroog umfassend beraten. Dabei wurde festgestellt, dass die historische Struktur des Entwässerungssystems, bestehend aus Gräben, Entwässerungsrohren und Versickerungsschächten, über die Jahre zunehmend belastet wurde. Insbesondere der Ausbau von Flächen und die Versiegelung haben zu einer Verschlechterung der Entwässerungssituation geführt. Eine erste Bestandsaufnahme aus den Jahren 2011/2012 lieferte wertvolle Einblicke, jedoch war eine Aktualisierung notwendig. Im Rahmen des erteilten Auftrags hat ein Ingenieurbüro die Bestandsaufnahme aktualisiert und eine Prioritätenliste mit Maßnahmen abgeleitet. Diese Ergebnisse werden nun vorgestellt und sollen als Grundlage für die weiteren Entscheidungen des Gemeinderats dienen. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob das Thema "Starkregen" gesondert konzeptionell vertieft werden soll. Starkregenereignisse stellen eine zusätzliche Herausforderung dar, die nur bedingt mit der klassischen Oberflächenentwässerung zusammenhängen. Die Problematik ergibt sich aus plötzlichen, extremen Regenereignissen, die innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen produzieren. Während das Entwässerungssystem für den kontinuierlichen Abfluss von Oberflächenwasser konzipiert ist, kann es bei Starkregenereignissen schnell überlastet werden. In der Modellierung von Starkregenereignissen und ihrer Gefahren geht man i.d.R. davon aus, dass die reguläre Entwässerung nicht mehr funktioniert. Abwägung zur Bedeutung von Starkregen: 1. Besonderheiten der Insel Spiekeroog: o Spiekeroog verfügt über keinen Abfluss durch Flüsse oder Bäche, die bei Starkregen zu reißenden Strömen werden könnten. Es gibt auch keine steilen Geländeformen, die das Wasser unkontrolliert beschleunigen würden. o Der sandige Boden der Insel gewährleistet eine gute Versickerung, wodurch Oberflächenwasser bei Regen schnell aufgenommen werden kann und auch größere Seen verhältnismäßig schnell wieder abfließen. 2. Herausforderungen durch Starkregen: o Trotz der guten Versickerung kann es bei Starkregen zu unkontrolliertem Wasserfluss kommen, insbesondere wenn der Boden bereits gesättigt ist. Gemeinde Spiekeroog Ordnungsamt Vorlagen-Nr. 01/097/2024 ↓ Beratungsfolge Sitzungstermin TOP Verwaltungsausschuss der Gemeinde Spiekeroog 10.12.2024 Rat der Gemeinde Spiekeroog 19.12.2024 Betreff: - 2 - o Eine besondere Herausforderung stellt der Wasserabfluss dar: Die Insel entwässert durch ein kleines Siel unter dem Deich. Bei Hochwasser oder Sturmfluten ist die Entwässerung stark eingeschränkt, da das Siel dann geschlossen bleibt, um ein Eindringen von Meerwasser zu verhindern. Dies birgt das – zumindest aus der Bevölkerung vorgetragene - Risiko eines sogenannten "Badewanneneffekts". 3. Verantwortung für die Risikovorsorge: o Die Gemeinde ist für die allgemeine Risikovorsorge und den Schutz der Infrastruktur zuständig. o Privateigentümer sind für den Schutz ihrer Grundstücke und Gebäude verantwortlich, z. B. durch Schutzvorkehrungen wie Barrieren oder Drainagesysteme. o Eine Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren ist notwendig, um effektive Maßnahmen zu entwickeln. Vorgehensweise zur Starkregenproblematik: Ein erstes Angebot liegt vor, um sich systematisch dem Thema Starkregen zu nähern. Im Haushalt 2025 ist keine Kostenposition dafür vorgesehen. Beschlussvorschlag: 1. Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der aktualisierten Bestandsaufnahme und der Prioritätenliste zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung umzusetzen. Im Haushalt 2025 sind dafür EUR 10.000 eingeplant. 2. Mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung werden im Zuge der Dorfentwicklung erörtert. 3. Der Gemeinderat entscheidet, im Hinblick auf „Starkregen“ wie folgt vorzugehen (wird in der Sitzung ergänzt): Anlagenverzeichnis: 20241127_04267002_Angebot_signed Spiekeroog, den 20.01.2025 (Kösters, Patrick) Abstimmungsergebnis: Fachausschuss Ja: Nein: Enth.: VA Ja: Nein: Enth.: RAT Ja: Nein: Enth.:
Maschinell extrahiert am 21. Mai 2026. Layout-Elemente wie Tabellen oder Spalten können dabei verloren gehen — maßgeblich ist das Original-PDF.
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Die Gemeinde will das Entwässerungssystem auf Spiekeroog verbessern und stellt dafür erste Weichen. Ein Ingenieurbüro hat den Bestand aufgenommen und eine Prioritätenliste erarbeitet. Der Rat soll 10.000 Euro für kurzfristige Maßnahmen freigeben, personelle Ressourcen in der Verwaltung schaffen und ab 2026 dauerhaft mehr Mittel einplanen. Mittelfristig soll geprüft werden, ob ein Generalentwässerungsplan und ein gesondertes Starkregen-Konzept erarbeitet werden.
Beim Umbau und der Erweiterung des Hotels Inselfriede muss die Regenwasserableitung neu geregelt werden. Die ursprünglich genehmigte offene Entwässerungsrinne gilt als unfallgefährlich; außerdem funktioniert die Drainage auf dem Grundstück Süderloog 12 wegen des hohen Grundwasserspiegels nicht ausreichend. Beide Grundstücke sollen nun über eine gemeinsame erdverlegte Rohrleitung unter der Straße entwässern. Der Rat soll der Leitungsverlegung zustimmen und die Verwaltung beauftragen, eine Nutzungsvereinbarung mit dem Eigentümer zu schließen.
Die Gemeinde Spiekeroog will die Trinkwasserversorgung dauerhaft an den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) übertragen, indem sie dort Mitglied im Bereich Trinkwasser wird. Auslöser ist das Auslaufen des bisherigen Vertrags mit dem OOWV zum 31. Dezember 2018. Die Verwaltung empfiehlt die direkte Mitgliedschaft als einfachste und rechtssicherste Lösung gegenüber drei Alternativen. Der Rat soll zum 1. Januar 2019 den Beitritt beschließen und einem ergänzenden Begleitvertrag zustimmen.
Die Gemeinde Spiekeroog legt eine Kalkulation der Gebühren für Straßenreinigung und Winterdienst vor. Auf dieser Grundlage soll vermutlich ein Beschluss über die Gebührenhöhe gefasst werden.