Beratung und Beschluss über die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit dem Arbeitsnamen „Achter d‘ Utkiek“
Stand der Beratung
Mehrheitlich beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 12. Dezember 2019
Beschlossen — mehrheitlich
am 12. Dezember 2019 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat beauftragt die Verwaltung, einen Planungswettbewerb vorzubereiten. Die Kriterien des Wettbewerbes werden mit dem Rat zusammen aufgestellt. Es soll ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt werden. Ziel des Wettbewerbes ist es, eine ökologische und ökonomische Grundlage für eine Entscheidung zur Aufstellung des B-Planes im Bereich Achter d`Utkiek zu entwickeln. RV Redelfs stellt den Sachstand vor: Das Land Niedersachsen wird das Gebiet im Bereich Achter d`Utkiek nicht verkaufen sondern nur verpachten. Es wäre keine gewerbliche Nutzung möglich, sondern eine alleinige Nutzung für Dauerwohnraum. RM Schreiber sieht das Projekt aus Kostengründen kritisch: die Erschließungskosten für das neue Gebiet müssten von der Gemeinde getragen werden. Das ganze Projekt würde wahrscheinlich so teuer, dass es nicht funktionieren könne. Es sollte vorab eine Wirtschaftlichkeitsprüfung erfolgen. RM Warenski merkt an, dass ein Pachtzins eine geringere Belastung wäre, als ein Kaufpreis. Außerdem wäre es ist die einzige Fläche auf der Insel, wo noch Wohnraum geschaffen werden könnte. Daher sollte das Thema weiter verfolgt werden. Man könne evt. auch über die Gründung einer Genossenschaft nachdenken. BM Piszczan ergänzt, dass das Thema seit 2017 in laufender Diskussion wäre. Eine Entwicklungsphase würde mindestens 3-5 Jahre dauern; die Bebauung selbst dann nochmals einige Zeit in Anspruch nehmen. Herr Schrader vom Domänenamt kommt im Januar oder Februar 2020 noch einmal auf die Insel um zu klären, ob das gesamte Gebiet gepachtet oder ob die Fläche ggf. verkleinert würde. Es würden maximal 50% der möglichen Fläche bebaut werden. Zudem sollte auch das Thema „ nördlich der Richelwiesen“ aufgegriffen werden. Sollte das Land zur Versiegelung freigegeben werden, würden zwar einige Privatleute sehr reich; aber die Möglichkeit, eine Bebauung zu überdenken, müsse diskutiert werden. RM Klasing stellt in Frage, ob die Wohnungsnot durch das neue Gebiet behoben würde. Es müsse auf Dauerwohnraum beharrt werden, ansonsten bestünde die Gefahr, dass – vor allem externe Investoren – nach und nach den Wohnraum als Ferienwohnungen vergeben. Es müsse eher über die Nachverdichtung bestehender Bauflächen nachgedacht werden. Er stellt die Nachhaltigkeit von „Cradle to Cradle“ in Frage: eine Versiegelung von unberührten Dünen sei nicht nachhaltig. Neuversiegelung bedeute zusätzlich hohe Kosten, da Ausgleichszahlungen für die versiegelten Dünen geleistet werden müssten. Daher solle nicht auf eine Bebauung, sondern auf eine weitere Nachverdichtung fokussiert werden. RV Redelfs merkt an, dass die Schaffung einer Faktenlage vonnöten wäre, um das Projekt richtig beurteilen zu können. BM Piszczan ergänzt, dass das Dünenland mit 75€/ m² bewertet würde; dies würde bei einer Fläche von 2 Hektar zu ca. 2 Mio. Euro als Ausgleichszahlungen durch die Gemeinde führen. Bereits existierende Unterlagen würden den Planern zur Verfügung gestellt, sodass eine Planung nicht vollständig von vorn begonnen werden müsste. Mit der Planung würde die baurechtliche Grundlage geschaffen. RM Weibels ergänzt, dass Machbarkeit und Kostenrahmen zwingend Bestandteil der Ausschreibung sein müssten.
(2 Beratungen insgesamt — finaler Beschluss aus dem Rat der Gemeinde Spiekeroog)
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Gemeinde Spiekeroog will für das Gebiet 'Achter d' Utkiek' einen neuen Bebauungsplan aufstellen, um dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das Land Niedersachsen stellt das Land als Verpächter zur Verfügung; die Planungs- und Erschließungskosten trägt die Gemeinde. Vorgeschlagen ist, einen Ideenwettbewerb mit 5.000 Euro Preisgeld auszuschreiben und den Planungsauftrag an den Wettbewerbssieger zu vergeben.
Einordnung
Beschlussvorlage der Verwaltung zum formalen Beginn der Bauleitplanung — dem Aufstellungsbeschluss — für das Gebiet 'Achter d' Utkiek'. Die Vorlage durchläuft mehrere Ausschüsse und abschließend den Rat der Gemeinde Spiekeroog (Dezember 2019).
Hintergrund
Bereits 2012 entstanden im Rahmen des Projekts Cradle to Cradle Islands (C2CI) erste Planungsentwürfe für das Gebiet 'Achter d' Utkiek', die verschiedene Wohnbauoptionen skizzierten. Ziel war es damals schon, dem anhaltenden Wohnraummangel auf Spiekeroog entgegenzuwirken. Das Land Niedersachsen signalisierte Bereitschaft, Flächen zu verpachten; die Kosten für Planung und Erschließung soll die Gemeinde tragen und auf die künftigen Bauplätze umlegen. Aus Gesprächen mit dem niedersächsischen Finanzministerium geht hervor, dass die Planung nicht zu kleinteilig ausfallen soll.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Neuer bezahlbarer Wohnraum auf Spiekeroog würde vor allem Insulaner:innen zugutekommen, die dauerhaft auf der Insel leben und wohnen wollen. Konkret könnten Bauplätze auf gepachtetem Landesland entstehen — entweder als Mehrfamilienhäuser oder als Ein- und Zweifamilienhäuser. Bis tatsächlich gebaut werden kann, stehen aber noch viele Schritte aus; der jetzt beantragte Beschluss ist erst der formale Startpunkt.
Die wichtigsten Punkte
- Das Plangebiet trägt den Arbeitsnamen 'Achter d' Utkiek' und soll bezahlbaren Wohnraum für Insulaner:innen schaffen
- Das Land Niedersachsen stellt die Flächen als Verpächter bereit; Planungs- und Erschließungskosten trägt die Gemeinde
- Die Verwaltung soll einen Wettbewerb zur Gestaltung der Planungsfläche ausschreiben, dotiert mit 5.000 Euro
- Den Planungsauftrag soll der Wettbewerbssieger erhalten
- Offen ist noch, ob sich die Bebauung an bestehenden Gestaltungssatzungen orientiert oder neue Formen zulässt
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/102/2019
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8203 kB
Beratungsfolge
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