Einrichtung eines Sternenparks auf Spiekeroog
Stand der Beratung
Einstimmig beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 3. September 2019
Beschlossen — einstimmig
am 03. September 2019 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog unterstützt das Projekt zur Einrichtung eines Sternenparks und beauftragt die Verwaltung, die notwendigen Information und Unterlagen in Zusammenarbeit mit der Nordseebad Spiekeroog GmbH, der Nationalparkverwaltung und dem begleitenden Wissenschaftler aufzuarbeiten, um dann eine abschließende Beschlussfassung zur Umsetzung des Projekts vorzubereiten. BM Piszczan erläutert, dass ihn ein Wissenschaftler über die Möglichkeit informierte, auf Spiekeroog einen Sternenpark zu installieren. Eine Anerkennung als Sternenpark wäre ein Alleinstellungsmerkmal und von großer Bedeutung für die Insel, sowohl als weiterer touristischer Aspekt, als auch zum Erhalt der Artenvielfalt und des Insektenschutzes. Um diesen Status zu bekommen, müsste die Stärke der Beleuchtung reduziert werden. Technisch wäre dies unter Mithilfe einer kostengünstigen Software möglich, da die LED-Lampen ein Vorschaltgerät besitzen. Eine ausreichende Beleuchtung ist dabei weiterhin gewährleistet. Die Verwaltung plant in diesem Zusammenhang, die Straßenbeleuchtung eines Straßenzuges probeweise abzudimmen. RV Redelfs ergänzt, dass im Umweltausschuss die Idee entstand, die Hauseigentümer im Außenbereich aktiv auf dieses Thema anzusprechen und Möglichkeiten aufzuzeigen, auch dort die Lichtverschmutzung zu reduzieren. Wichtig ist dabei, dass niemand aktuell für das in Aussicht stehende Zertifikat tätig werden muss. Abschließend erklärt BM Piszczan, dass die Gründung einer Arbeitsgruppe eine Folge des heutigen Beschlusses wäre. In dieser Arbeitsgruppe sollen sowohl Teile der Bevölkerung, als auch Wissenschaftler vertreten sein.
(2 Beratungen insgesamt — finaler Beschluss aus dem Rat der Gemeinde Spiekeroog)
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Gemeinde Spiekeroog will einen international anerkannten Sternenpark — eine sogenannte Dark-Sky-Community der International Dark Sky Association (IDA) — einrichten. Grundlage sind Messungen eines Planetariumsleiters, der Spiekeroog als dunkelsten je von ihm gemessenen Punkt in Deutschland eingestuft hat. Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, gemeinsam mit der Nordseebad Spiekeroog GmbH, der Nationalparkverwaltung und einem begleitenden Wissenschaftler die notwendigen Unterlagen aufzubereiten, um dann einen abschließenden Umsetzungsbeschluss vorzubereiten.
Einordnung
Beschlussvorlage der Verwaltung (Erstberatung) zur politischen Grundsatzentscheidung, das Sternenpark-Projekt zu unterstützen und die Vorbereitungsarbeiten zu beauftragen. Die Vorlage durchläuft Umweltausschuss, Verwaltungsausschuss und Rat.
Hintergrund
Die International Dark Sky Association (IDA) verleiht besonders lichtarmen Gebieten das Prädikat „Dark Sky Community
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Ein Sternenpark-Status verpflichtet die Gemeinde, die Außenbeleuchtung schrittweise umzurüsten — das betrifft öffentliche Straßenlaternen ebenso wie private Haushalte und Gewerbetreibende. Insulaner:innen könnten in Zukunft aufgefordert werden, ihre Außenbeleuchtung auf abgeschirmte, warmweiße Leuchten umzustellen. Touristisch würde die Insel ein Alleinstellungsmerkmal unter den Ostfriesischen Inseln gewinnen.
Die wichtigsten Punkte
- Ein Planetariumsleiter maß Spiekeroog als dunkelsten Punkt in Deutschland, was die Insel besonders für eine IDA-Anerkennung qualifiziert
- Die Straßenbeleuchtung wurde 2017/2018 bereits teilweise auf LED umgestellt und erfüllt damit schon Teile der IDA-Kriterien
- Die Nationalparkverwaltung hat finanzielle Unterstützung aus europäischen Fördermitteln (WattenAgenda) zugesagt
- Für eine Anerkennung als Dark-Sky-Community müssen u. a. ein Lichtmanagementplan erstellt und Leuchten mit max. 3000 Kelvin Farbtemperatur eingesetzt werden
- Der Beschlussvorschlag sieht keinen endgültigen Umsetzungsbeschluss vor, sondern beauftragt zunächst die Vorbereitung der Entscheidungsgrundlagen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/063/2019
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 3 Dokumente
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (3)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8205 kB
- 📄Bericht Spiekeroog zum SternenparkPDF; CHARSET=UTF-84.2 MB
- 📄Lichtkarten HelligkeitPDF; CHARSET=UTF-8653 kB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Der Rat soll eine Lichtleitlinie beschließen, die als Pflichtbestandteil des Antrags auf Anerkennung als International Dark Sky Park (Sternenparkinsel) bei der International Darksky Association (IDA) benötigt wird. Die Leitlinie schreibt der öffentlichen Beleuchtung verbindliche Regeln vor und gibt Privaten und Gewerbetreibenden Empfehlungen — etwa zu Lichtfarbe, Abstrahlrichtung und nächtlichen Abschaltzeiten. Der Rat beschließt die Leitlinie vorab als Teil des Vorentwurfs; der vollständige IDA-Antrag soll bis 31. Mai 2021 eingereicht werden.
Eine Arbeitsgemeinschaft aus Umweltstiftung, Nationalpark-Haus Wittbülten und Nordseebad Spiekeroog GmbH hat eine Initiative zur nachhaltigen Entwicklung der Insel eingereicht. Ziel ist ein Masterplan, der Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Tourismus, Umwelt und Bildung bündelt. Das Gesamtbudget wird auf 35.000 Euro geschätzt, wovon 20.000 Euro bei externen Förderern eingeworben werden sollen. Ein konkreter Beschlussvorschlag fehlt; der Ausschuss soll die Initiative diskutieren.
Die Gemeinde will Grünstreifen entlang von Gemeindestraßen in Blühwiesen umwandeln. Anlass ist ein preisgekröntes Konzept der Spiekerooger Umweltstiftung, das mehrjährige, ortsübliche Blühpflanzenmischungen für öffentliche Flächen vorschlägt. Geplant ist eine Zusammenarbeit mit der Preisträgerin, der Friesenenergie und privaten Interessierten. Der Beschlussvorschlag beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit Partnern für Aussaat und Pflege zu sorgen.
Ein Antrag fordert ein ganzjähriges Verbot des Abbrennens von Pyrotechnik auf Spiekeroog — auch an Silvester. Der Rat soll darüber entscheiden, ob das Verbot beschlossen wird.