Kreditaufnahme für Investitionen Freiwillige Feuerwehr
Stand der Beratung
Einstimmig beschlossen · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 13. April 2023
Beschlossen — einstimmig
am 13. April 2023 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
a. Die Verwaltung wird gebeten, Kreditangebote in Höhe von 346.000 € (Benötigte Mittel 616.000 € minus 270.000 € bereits eingeplant) einzuholen und sich zusätzlich die Zustimmung der Kommunalaufsicht zu sichern. b. Die Verwaltung wird gebeten, den Haushalt für 2023 sowie die Mittelfristplanung bis 2026 zeitnah zu erstellen und in diesem Zuge Vorschläge zu unterbreiten, in wieweit durch Erhöhung der Steuern Einnahmen der Gemeinde Spiekeroog ab 2024 erhöht werden können. Ziel soll es sein, die Finanzierung der Aufgaben der Gemeinde Spiekeroog weiterhin sicher zu stellen. BM Kösters stellt den Sachverhalt vor und verweist auf die ausführliche Vorlage. Der Feuerwehrbedarfsplan wurde evaluiert. Es handelt sich um umfangreiche Investitionen, die auf eine relativ kurze Zeit von ca. 3 Jahren umgesetzt werden sollen. Er geht davon aus, dass ein Kredit benötigt wird, um notwendige Investitionen umsetzen zu können. Man ist diesbezüglich mit der Kommunalaufsicht und mit den Banken im Gespräch. Es gibt Verpflichtungen, zu denen man stehen wird, aber voraussichtlich wird eine Kreditaufnahme für deren Umsetzung notwendig sein. RM JO Bellstedt warnt ausdrücklich und besteht auf folgende Protokollierung: Man sollte kein Fremdkapital annehmen, ohne zu wissen, wo man steht. Zunächst müssen die Jahresabschlüsse und ein solider Haushalt vorliegen, bevor man sich in Kreditschulden begibt. RM Breuer meint, es gäbe einen Feuerwehrbedarfsplan mit notwendigen und teilweise verpflichtenden Investitionen. Diese müssten finanziert werden. RM Klasing stellt fest, dass zurzeit diese Investitionen für die Gemeinde nicht tragbar seien. Nur absolut notwendige Punkte sollten umgesetzt werden. Er spricht sich auch gegen Steuererhöhungen aus, da diese das Problem nicht lösen würden und eher kontraproduktive Auswirkungen haben könnten. BM Kösters erinnert, dass die Insel an die Grenzen der Wertschöpfung gelangt sei. Es gibt keine Gewerbegebiete, aus denen man Steuern ziehen könnte. Wohnungsbesitzer, die nicht auf Spiekeroog wohnen, zahlen ihre Einkommensteuer an ihrem Wohnort. Diese Mittel stehen der Gemeinde nicht zur Verfügung. Er betont, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein Kredit abgeschlossen und der Beschlussvorschlag entsprechend geändert werden soll. RV Redelfs sagt abschließend, es sollte geklärt werden, ob über Steuererhöhungen eine Erleichterung der Finanzlage zu erzielen sei. Wenn die FFW nicht mehr finanzierbar sei, müsse sich das Land entsprechend einsetzen. Der geänderte Beschlussvorschlag wird einstimmig beschlossen.
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Gemeinde will einen Kredit von 346.000 Euro aufnehmen, um notwendige Investitionen in die Freiwillige Feuerwehr zu finanzieren. Der Gesamtbedarf liegt bei rund 616.000 Euro für Fahrzeuge, Rettungsboote und Ausrüstung; 270.000 Euro sind bereits im Haushalt eingeplant. Die Verwaltung soll Kreditangebote mit 10 Jahren Laufzeit einholen und gleichzeitig prüfen, ob eine Steuererhöhung ab 2024 zur Haushaltssanierung nötig ist. Der Rat hat den Beschluss am 13. April 2023 in dieser Form gefasst.
Einordnung
Beschlussvorlage der Verwaltung, eingebracht im Verwaltungsausschuss und Rat der Gemeinde Spiekeroog. Sie betrifft die Freigabe zur Kreditaufnahme für überplanmäßige Feuerwehr-Investitionen im Haushaltsjahr 2023.
Hintergrund
Der Gemeindehaushalt ist seit 2018 defizitär; das Jahresdefizit wuchs von 4.200 Euro (2018) auf 46.700 Euro (2022). Die Feuerwehrbedarfsplanung hat Investitionen von insgesamt rund 616.000 Euro als notwendig ausgewiesen, darunter ein Gerätewagen Logistik (GWL 1) für 400.000 Euro und ein zweites Rettungsboot (RWC 2) für 57.500 Euro. Die laufenden Unterhaltungskosten der Feuerwehr (122.800 Euro in 2022) werden durch Feuerschutzsteuer, Gebühren und Landkreiszuschuss nur zu 62 Prozent gedeckt. Ein früherer Ratsbeschluss vom 26. Januar 2023 hatte bereits die Finanzierung der Hubeinheit und des GWL 1 nachjustiert.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Ein Gemeindekredit von 346.000 Euro belastet den Haushalt und erhöht langfristig den Schuldendienst. Die Vorlage kündigt ausdrücklich an, dass eine Erhöhung der Grund- oder Gewerbesteuer ab 2024 geprüft wird — davon wären alle Grundeigentümer:innen und Gewerbetreibenden auf der Insel betroffen. Die Feuerwehr-Investitionen selbst sichern den Brandschutz und die Wasserrettung für alle Insulaner:innen und Gäste.
Die wichtigsten Punkte
- Die Gemeinde benötigt für Feuerwehr-Investitionen 2023 insgesamt rund 616.000 Euro, davon sind 270.000 Euro bereits im Haushalt eingeplant
- Die Verwaltung soll Kreditangebote über 346.000 Euro mit 10 Jahren Laufzeit einholen
- Größter Einzelposten ist der Gerätewagen Logistik (GWL 1) mit einem Bedarf von 400.000 Euro
- Die jährliche Abschreibungslast aus allen geplanten Investitionen beträgt rund 48.000 Euro
- Die Verwaltung soll parallel Vorschläge zur Steuererhöhung ab 2024 erarbeiten, um den Haushalt mittelfristig auszugleichen
Schlagworte
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 25. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/037/2023
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 25. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 25. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
- 📄SitzungsvorlagePDF; CHARSET=UTF-8121 kB
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Der Haushalts- und Finanzausschuss berät erstmals über den Doppelhaushalt der Gemeinde für die Jahre 2021 und 2022. Die Finanzverwaltung stellt dabei die Mittelanmeldungen der einzelnen Bereiche vor. Der Ausschuss soll Vorschläge erarbeiten, die in die Haushaltssatzung 2021/2022 einfließen.
Die Freiwillige Feuerwehr Spiekeroog soll einen neuen Gerätewagen-Logistik auf Unimog-Basis bekommen — das Fahrzeug muss geländegängig und strandtauglich sein. Der ursprünglich veranschlagte Betrag von 190.000 Euro reicht nicht aus; die Markterkundung ergibt Gesamtkosten von rund 309.000 Euro brutto. Der Rat soll deshalb eine überplanmäßige Ausgabe von 119.000 Euro genehmigen. Die Finanzierungslücke soll durch den Verkauf des alten Tanklöschfahrzeugs, geänderte Landeszuweisungen für den Brandschutz, freigegebene Mittel aus dem Bauhof-Budget und Entnahmen aus der allgemeinen Rücklage gedeckt werden.
Die Freiwillige Feuerwehr Spiekeroog hat 2025 neue Fahrzeuge und eine Brandmeldeanlage beschafft. Angeschafft wurden ein Mannschaftstransportwagen (rund 33.700 €) und ein Pickup-Fahrzeug als Amarok-Ersatz (44.000 €); der Umbau des Pickups ist noch in Vorbereitung. Zusätzlich wurde eine Brandmeldeanlage für das Feuerwehrhaus für 17.550 € beauftragt. Die Gesamtausgaben bleiben mit rund 119.100 € unter dem Haushaltsansatz von 144.000 €. Der Rat soll die Maßnahmen billigend zur Kenntnis nehmen.
Die Freiwillige Feuerwehr Spiekeroog braucht dringend neue Ausrüstung, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Betroffen sind Reifen für zwei Tanklöschfahrzeuge und ein Amarok-Fahrzeug sowie mindestens vier Hohlstrahlrohre für Innenangriffe und Führerscheinkosten für das neue Tanklöschfahrzeug. Der Rat soll eine über- und außerplanmäßige Ausgabe beschließen — also Mittel freigeben, die im Haushalt nicht oder nicht ausreichend vorgesehen waren. Die genaue Kostensumme ist in der Vorlage nicht beziffert.