Food-Truck(s) auf Spiekeroog
Stand der Beratung
Abgelehnt · Rat der Gemeinde Spiekeroog · 19. April 2024
Abgelehnt
am 19. April 2024 im Rat der Gemeinde Spiekeroog
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog stimmt einer befristeten, entgeltlichen Bereitstellung eines Stellplatzes am Standort Dorfplatz bis Ende Oktober 2024 zu. Die Ausschussvorsitzende bittet BM Kösters, den Sachverhalt zu erläutern. Dieser führt aus: Ein örtlicher Gastronom hat Mitte März einen Food-Truck vor seinem Restaurant aufgestellt, Verwaltung und Bauordnungsamt haben diesen Standort aus div. Gründen für nicht genehmigungsfähig erachtet, eine Nutzung untersagt bzw. keine Genehmigungsfähigkeit in Aussicht gestellt. Daraufhin wurde von dem Gastronomen ein Alternativstandort auf einem Privatgrundstück angefragt, der Eigentümer hatte sich eine Bedenkzeit erbeten. Die Verwaltung hat daraufhin für einen kurzen Übergangszeitraum einen Standort auf dem Dorfplatz bereitgestellt. Der Alternativstandort auf einem Privatgrundstück konnte nicht realisiert werden, daraufhin fragt der örtliche Gastronom nun an, inwieweit die Gemeinde in diesem Jahr einen Stellplatz gegen Entgelt anbieten kann. Diese Einzelfallentscheidung stellt die Verwaltung aktuell zur Beratung/Entscheidung, weiterhin würde die Verwaltung begrüßen, dass aufgezeigt wird, ob und wie man sich der Thematik der mobilen, gastronomischen Verkaufsstände grundsätzlich widmen möchte. Denn seit vielen Jahren gibt es hier Diskussionen, die nie abgeschlossen wurden. BM Kösters äußert sein Verständnis über die Verwunderung im Dorf, dass hier plötzlich ein Food-Truck auf dem Dorfplatz stehe. Er habe, bis zu einer finalen Standortentscheidung, nur helfen wollen und der Standort auf dem Dorfplatz, wo im Winter immer die Glühweinbude steht, sei für solche Zwecke grundsätzlich geeignet. Er weist jedoch die Dorfgespräche zurück, dass diversen Gastronomen der Standort Dorfplatz verwehrt wurde. In seiner Zeit als Bürgermeister gab es keine solche Anfrage, in der Zeit davor hätte er mitbekommen, dass ein Insulaner grundsätzliches Interesse geäußert habe, sich dann aber nie wieder bei der Verwaltung gemeldet habe. Es gibt auch innerhalb der letzten 7 Jahre keine Beratungen in den Gremien über Anfragen von „Food-Trucks“, abgesehen von der Anfrage der NSB, welche im Zusammenhang mit dem Umbau der Strandhalle steht. Die Verwaltung habe in Vorbereitung die Vor- und Nachteile von Food-Trucks aufbereitet, BM Kösters spricht sich dafür aus, für dieses Jahr den Food-Truck auf dem Dorfplatz zu belassen und ein richtiges Konzept im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms zu erarbeiten. Ausschussvorsitzende Redelfs übernimmt das Wort, sie begrüßt den Vorschlag einer Konzepterstellung innerhalb des Dorfentwicklungsprogramms, denn dies würde gemeinsam mit dem Dorf erfolgen und die Vor- und Nachteile sowie die Rahmenbedingungen müssen vernünftig abgewogen sein. Sie spricht sich gegen eine befristete Vergabe aus, auf dem Dorfplatz hätte ein solches Angebot nichts zu suchen. Ratsmitglied Baumfalk berichtet aus der Stimmung im Dorf, es sei ein lautes Geschrei, welches er nachvollziehen könne. Der Dorfplatz sei ein guter Standort, da wollen auch andere hin. Außerdem sei es ein Zeichen von Fairness, dass solche Standorte ausgeschrieben werden. Oder aber jeder dürfe, dann würden sofort 5 Food-Trucks auf der Dorfwiese stehen. Der Gastronom sei für seine Notlage selbst verantwortlich, er müsse sich um Genehmigungen kümmern, wer Geld verdienen wolle, müsse alles selbst in die Hand nehmen. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde hier zu helfen. Eine befristete Lösung sei für ihn nicht darstellbar. Ratsmitglied JO Bellstedt begrüßt ebenso den Vorschlag der Verwaltung, dass eine Grundsatzdiskussion im Rahmen der Dorfentwicklung zu führen sei. Er bittet, auch die optischen Gestaltungsgrundsätze zu berücksichtigen. Ein solches Angebot müsse in die vorgegebenen Strukturen passen, es dürfe kein inseluntypischer Anblick entstehen. Bei einer befristeten Lösung könne er mitgehen. Ratsmitglied Breuer sieht das Konzept ebenfalls in der Dorfentwicklung. Aktuell gebe es viel „Bewegung“ im Dorf, einige gastronomische Neueröffnungen oder Investitionen. Da dürfe ein neues Angebot nicht plötzlich entstehen. Er finde Food-Trucks wichtig, aber nicht zum heutigen Zeitpunkt. Ratsmitglied Schreiber schließt sich dem an, ein Standort auf einem Privatgrundstück sei besser, auf keinen Fall auf dem Dorfplatz. Ratsmitglied Andreesen hinterfragt, wie dann mit dem anderen Food-Truck umgegangen werde. Seit einigen Jahren stehe dieser ohne Genehmigung im Winter im Inseldorf, wenn auch auf einem nicht so frequentierten Standort. Sie spricht sich für eine Gleichberechtigung aus, man kann nicht einen wegjagen und den anderen dulden. Das müsse sauber abgearbeitet werden. Sie spricht sich dafür aus, den Wagen übergangsweise in diesem Jahr auf dem Dorfplatz zu belassen. Ratsmitglied JU Bellstedt widerspricht RM Baumfalk, sie sehe nicht das Risiko, dass über Nacht 5 Food-Trucks auf dem Dorfplatz stehen würden. Aus ihrer Sicht könne der Wagen bis Oktober bleiben, die Vorgehensweise einer Konzeptentwicklung im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms begrüßt sie. Ratsmitglied Baumfalk erklärt, dass der andere Food-Truck eine ganzjährige Einnahmequelle bräuchte. Daher würde er im Winter im Dorf stehen. Der Gastronom, der nun einen Standort auf dem Dorfplatz erreichen möchte, hätte bereits eine ganzjährige Einnahmequelle mit seinem Restaurant. Ratsmitglied Andreesen äußert sich dazu sehr kritisch, es dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Der Gastronom hätte auch seine Gründe, hier hänge u.a. auch ein Beschäftigungsverhältnis an dem Food-Truck. Ratsvorsitzende Redelfs bittet um Abstimmung.
Zusammenfassung
Wie das funktioniertDie Gemeindevertretung befasst sich mit dem Thema Food-Trucks auf Spiekeroog. Ob es um eine Genehmigung, eine Regelung, ein Verbot oder eine Anfrage geht, ist aus dem Titel allein nicht erkennbar. Ein Beschlussvorschlag ist nicht bekannt.
Einordnung
Sitzungsvorlage zur Frage von Food-Trucks auf der Insel, eingebracht in der Gemeindevertretung Spiekeroog. Art und Richtung des Vorschlags sind aus dem Titel allein nicht ableitbar.
Hintergrund
Nur der Titel der Vorlage lag vor, ein PDF war nicht beigefügt. Food-Trucks sind auf autofreien Inseln wie Spiekeroog ein besonderes Thema, da Genehmigungen, Standorte und der Schutz des stationären Gastronomiegewerbes geregelt werden müssen. Ob ein konkreter Anlass vorliegt, ist nicht bekannt.
Was bedeutet das für Insulaner:innen?
Für Insulaner:innen und Gäste könnte eine Regelung das gastronomische Angebot auf der Insel verändern. Betroffen wären potenziell stationäre Gastronomiebetriebe ebenso wie Besucher:innen. Da nur der Titel vorlag, lässt sich keine konkrete Auswirkung benennen.
Die wichtigsten Punkte
- Die Vorlage trägt den Titel „Food-Truck(s) auf Spiekeroog
- ,
- Inhalt und Beschlussvorschlag sind mangels PDF nicht bekannt
- Ein Food-Truck-Betrieb auf einer autofreien Insel erfordert besondere Genehmigungen und Standortregelungen
- Die Gemeindevertretung berät über das Thema im Jahr 2024
KI-gestützt zusammengefasst, Stand 24. Juli 2026. Im Zweifel gilt die Originalvorlage.
Eckdaten
- Aktenzeichen
- 01/027/2024
- Typ
- 📄 Sitzungsvorlage
- Anhänge
- 1 Dokument
- Im Radar seit
- 24. Mai 2026
- Zuletzt aktualisiert
- 24. Juli 2026
- Original
- Im Ratsinformationssystem öffnen ↗
Anlagen (1)
Beratungsfolge
Verwandte Vorlagen
Der Rat soll einem Nutzungsvertrag zustimmen, der dem Hotel Inselfriede erlaubt, eine barrierefreie Rampe über eine rund 87 m² große gemeindliche Straßenfläche zu bauen. Der Vertrag regelt Haftung, Instandhaltung und eine Gebühr für die Sondernutzung öffentlichen Straßengrunds. Die Verwaltung empfiehlt die Zustimmung und schlägt vor, den Bürgermeister zur Unterzeichnung zu ermächtigen.
Im Sommerhalbjahr reicht das gastronomische Angebot auf Spiekeroog nicht aus: Restaurants sind ausgebucht, vor Imbissständen bilden sich lange Schlangen. Die Verwaltung soll die Marktsituation analysieren und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Dafür sind bis zu 5.000 Euro außerplanmäßig vorgesehen. Bestätigt die Analyse einen Bedarf, soll die Verwaltung eine Ausschreibung für einen saisonalen Außerhausverkauf auf einer öffentlichen Fläche vorbereiten — spätestens zur Saison 2023.
Die Gemeinde verweigert erneut ihre Zustimmung dazu, dass eine Gastronomiefläche im Erdgeschoss eines Gebäudes in eine Ferienwohnung umgewandelt wird. Grund ist die seit November 2021 geltende Veränderungssperre, die gewerbliche Flächen auf Spiekeroog schützen soll. Der Beschlussvorschlag lautet: Das gemeindliche Einvernehmen nach § 14 Abs. 2 BauGB zur Ausnahme von der Veränderungssperre wird nicht erteilt.
Die Nordseebad Spiekeroog GmbH will im Bereich der Strandhalle eine oder mehrere mobile Gastroeinheiten aufstellen. Die Verwaltung empfiehlt, das gemeindliche Einvernehmen — die formale Zustimmung der Gemeinde im Baugenehmigungsverfahren — befristet bis Ende 2025 zu erteilen. Die Einheiten sollen als Übergangslösung dienen, bis die neue Strandhalle fertiggestellt ist. Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, dieses Einvernehmen zu erteilen.