Die Gemeinde Spiekeroog berichtet über den aktuellen Stand beim geplanten Neubau einer Mensa für die Ganztagsschule sowie von Lehrerwohnraum. Dazu fanden Gespräche mit der niedersächsischen Kultusministerin, dem Wirtschaftsminister und dem Landkreis Wittmund statt. Die Verwaltung stellt die Ergebnisse in der Sitzung vor; ein konkreter Beschlussvorschlag wird erst dort formuliert.
Schule & Kinder
Inselschule, Ganztagsschule, Kita, Kinder- und Jugendangebote.
Die Inselschule Spiekeroog ist die einzige Schule der Gemeinde — Grundschule plus Sekundarstufe I in einem Gebäude, mit überschaubarer Klassenstärke. Sie ist das größte kommunalpolitische Dauerthema der letzten Jahre.
Beratungen drehen sich um den Ganztagsbetrieb ab dem Schuljahr 2026/2027, die Ferienbetreuung im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes, Schülerförderung bei Auslandsaufenthalten und vor allem um den geplanten Erweiterungsbau — der Schule, Mensa und Lehrer-/Personalwohnraum kombiniert.
Schwierig wird es bei Finanzierungsanteilen, Förderkulissen (KfW-40) und der Frage, wie groß die Schule für eine schrumpfende Insel-Bevölkerung geplant werden soll.
Die Geschichte dazu
- Schule und Wohnen unter einem Dach: Wie Spiekeroog zwei Sorgen mit einem Gebäude löst
Ohne Wohnung kein Lehrer, ohne Lehrer keine Schule — und ab 2026 ein gesetzlicher Anspruch auf Ganztag. Spiekeroog beantwortet beides mit einem einzigen Gebäude: unten die Mensa, oben Wohnungen. Die Geschichte eines Projekts, das seit 2024 von 4,06 auf 5,78 Millionen Euro gewachsen ist.
10 Vorlagen, chronologisch erzählt
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Die Gemeinde Spiekeroog soll einer neu einzustellenden Lehrkraft befristet bis Juli 2025 eine Wohnung zu einer Kaltmiete von rund 12,50 Euro pro Quadratmeter anbieten. Das Regionale Amt für Schule und Bildung hat eine Englischlehrerstelle für das Schuljahr 2024/25 in Aussicht gestellt, macht die Ausschreibung aber vom gesicherten Wohnraum abhängig. Der normale Vergabeweg für die Wohnung soll für diesen Fall ausgesetzt werden. Parallel soll der geplante Lehrerwohnraum über einer neuen Schulmensa mit Nachdruck weiterverfolgt werden.
Die Inselschule soll um einen Ganztagsbereich und Wohnraum für Lehrkräfte erweitert werden. Der Anbau ist östlich des bestehenden Schulgebäudes geplant und soll im Erdgeschoss eine sogenannte Mesa mit Küche, Speise- und Ruheraum sowie Freizeitflächen für Kinder und Jugendliche erhalten. In den oberen Etagen sind Wohnungen für Beschäftigte der öffentlichen Hand vorgesehen. Der Bauausschuss soll eine Richtungsentscheidung zu Geschossanzahl, Fassade und Dach treffen — ein konkreter Beschlussvorschlag wird erst in der Sitzung formuliert.
Die Gemeinde soll ihr Einvernehmen dazu erteilen, dass die Hermann-Lietz-Schule Spiekeroog ein Gartenhaus auf ihrem Schulgelände neu errichtet. Das Gebäude hat einen Innenbereich von knapp 18 Quadratmetern und eine versiegelte Gesamtfläche von 55 Quadratmetern. Es handelt sich um ein bereits im Inseldorf vorhandenes Gartenhaus, das abgebaut und auf dem Schulgelände wiederaufgebaut werden soll. Der Beschlussvorschlag sieht vor, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen und keine weitergehende Stellungnahme abzugeben.
Die Hermann-Lietz-Schule Spiekeroog gGmbH möchte an einem ihrer genehmigten Tiny-Häuser eine geringfügige Änderung vornehmen: Haus III wird leicht verkleinert, der Standort bleibt gleich. Die Gemeinde soll dazu ihr Einvernehmen nach Paragraph 36 Baugesetzbuch erteilen. Der Beschlussvorschlag lautet, das Einvernehmen zu erteilen und auf weitergehende Stellungnahmen zu verzichten.
Der Gemeinderat soll zwei neue Beigeordnete für den Schulausschuss benennen. Nach Neuwahlen an der Inselschule stehen die bisherigen Vertreter:innen nicht mehr zur Verfügung. Als neuer Elternvertreter wird Jochen Thomas vorgeschlagen, als Schülervertreterin Amelia Lesniak.
Die Gemeinde soll das Mittagessen für Lehrkräfte an der Inselschule subventionieren, die Dienst im offenen Ganztag haben. Sie zahlen wie die Schüler:innen 4,50 Euro pro Mahlzeit; die darüber hinausgehenden tatsächlichen Kosten würde die Gemeinde übernehmen. Die Schulleitung hatte die Frage aufgeworfen; der Landkreis beteiligt sich ausschließlich am Schüleressen. Der Beschlussvorschlag sieht Mehrkosten von rund 500 Euro pro Schuljahr vor, die im Haushalt einzustellen wären.
Die Gemeinde Spiekeroog plant auf dem Schulgelände einen Jugendoutdoorplatz mit einem Lehm-Pumptrack, einer gebrauchten Mini-Rampe und einer Chill-Zone mit Sitzgelegenheiten. Jugendliche haben die Inhalte in Workshops mitgestaltet. Der Platz soll bis Ende 2023 fertig sein und ausschließlich Inselkindern und -jugendlichen offenstehen. Ein Beschluss war nicht erforderlich, die Vorlage diente der Information des Gemeinderats.
Die Gemeinde Spiekeroog will auf dem Schulgelände einen Outdoor-Treffpunkt für Jugendliche einrichten. Finanziert wird das Projekt zu 90 Prozent aus Landesmitteln des Aktionsprogramms Startklar in die Zukunft: 35.000 Euro Förderung, maximal 5.000 Euro Eigenanteil der Gemeinde. Geplant sind Sitz- und Liegemöglichkeiten, Sportstangen, eine Halfpipe und ein Bodentrampolin; die genaue Ausstattung soll die Inseljugend selbst mitbestimmen. Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, das Vorhaben umzusetzen und den Eigenanteil freizugeben.
Familien auf Spiekeroog zahlen für den Besuch der Hermann Lietz-Schule trotz kommunaler Zuschüsse rund 4.000 Euro pro Jahr selbst. Die Verwaltung sieht darin einen Grund, warum Familien die Insel verlassen. Sie bittet den Schulausschuss um ein Stimmungsbild, ob der Schulbesuch mittelfristig für alle Jugendlichen kostenfrei werden soll — finanziert durch höhere kommunale Zuschüsse.
Die Gemeinde Spiekeroog scheitert seit Jahren daran, Wohnraum für Lehrkräfte zu schaffen. Da mehrere Lehrerinnen und Lehrer in den kommenden Jahren in Rente gehen, droht die Schule ohne neue Wohnmöglichkeiten ohne Nachfolger dazustehen. Weder das Kultusministerium noch das regionale Landesamt für Schule und Bildung haben auf Anfragen der Gemeinde reagiert. Die Verwaltung bittet den Schulausschuss nun um Ideen, wie weiter vorzugehen ist.
Die Inselschule wird ab 1. August 2023 zur Ganztagsschule — die Mittagsverpflegung dafür ist nach Angabe der Schulträger gesichert. Anbieter für Küchenausstattung und Essensproduktion sind bereits gefunden. Noch offen ist die Stelle für die Essensausgabe: Eine geringfügig beschäftigte Hauswirtschaftskraft wird gesucht. Der Gemeinderat muss den Bau einer Mensa noch formal beschließen, das ist für Ende 2023 vorgesehen.
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog soll Markus Bünnemeyer als stimmberechtigten Elternvertreter in den Schulausschuss berufen. Neuwahlen der Schüler- und Elternvertretung an der Inselschule haben die bisherigen Mitglieder im Ausschuss abgelöst. Ein Schülervertreter wurde nicht neu benannt. Der Rat beschließt die Benennung förmlich.
Der Rat soll den Stellenplan der Gemeindeverwaltung für 2023/24 beschließen, bevor der Haushalt im Frühjahr 2023 aufgestellt wird. Der Gesamtpersonalbedarf steigt geringfügig von 15,36 auf 15,44 Vollzeitäquivalente. Größte Veränderung ist der Ausbau des Erzieher:innen-Personals im Kindergarten Lütt Insulaners ab Sommer 2023. Der Beschlussvorschlag sieht vor, die Mittel anschließend in den Haushalt 2023/24 einzustellen.
Der Rat der Gemeinde Spiekeroog soll Anna Rau als neue Beisitzerin im Sozialausschuss ernennen. Sie wurde von den Elternvertreterinnen des Kindergartens Lütt Insulaners für das Kindergartenjahr 2022/2023 neu gewählt und löst damit die bisherige Beisitzerin ab. Der Beschlussvorschlag sieht die formale Ernennung durch den Rat vor.
Die Inselschule Spiekeroog soll ab dem Schuljahr 2023/24 eine offene Ganztagsschule werden — an zunächst drei Tagen pro Woche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) für Grund- und Oberschüler:innen. Ein externer Dienstleister liefert das Mittagessen; die Übergangslösung kostet rund 50.000–60.000 Euro, ein späterer Mensaneubau wird auf 1,2–1,6 Mio. Euro geschätzt. Der Rat soll beschließen, den Ganztagsantrag zum 1. Dezember 2022 bei der zuständigen Behörde zu stellen.
Die Hermann-Lietz-Schule will auf ihrem Gelände auf Spiekeroog acht Tiny Houses (Kleinsthäuser) und ein Technikgebäude neu bauen. Der Landkreis Wittmund hat die Gemeinde um eine Stellungnahme zum Bauantrag gebeten. Der Rat soll sein Einvernehmen erteilen und dabei erklären, dass der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan die Bebauung in diesem Umfang ermöglichen wird.
Der Gemeinderat soll den Bürgermeister beauftragen, eine neue Vereinbarung mit dem Landkreis Wittmund über die Kita-Finanzierung zu unterzeichnen. Das neue Modell ersetzt ab 2023 die bisherige Ist-Kostenabrechnung: Der Landkreis übernimmt künftig das vollständige Defizit der Personalkosten für das pädagogische Kita-Personal zuzüglich eines Verwaltungskostenzuschlags von 5 Prozent. Die Beteiligung des Landkreises an Investitionskosten bleibt wie bisher bestehen.
Der Rat soll den Raumbedarfsplan des Landkreises für die Inselschule Spiekeroog per Beschluss bestätigen. Das ist nötig, damit der Landkreis das Einvernehmen mit der Landesschulbehörde herstellen und die Planung ausschreiben kann. Ziel ist die Einführung des Ganztagsbetriebs für alle Grund- und Oberschulklassen. Der Beschluss soll die Beschlusskette für die Beantragung der Ganztagsbetreuung beim Kultusministerium im November vorbereiten.
Für die Ganztagsschule auf Spiekeroog soll auf dem Schulgelände eine Mensa mit rund 300 Quadratmetern Fläche gebaut werden. Der Landkreis Wittmund beauftragt den Planer; Planungsgespräche starten im Sommer 2022. Die Verwaltung schlägt vor, im Obergeschoss zusätzlich Wohnraum zu schaffen, und bittet den Bauausschuss um Richtungsentscheidungen zu Standort, Gestaltung und Zielgruppe des Wohnraums. Der Beschlusstext wird erst in der Sitzung formuliert.
Der Rat soll die Einführung der Ganztagsschule für alle Klassen der Inselschule Spiekeroog zum nächstmöglichen Zeitpunkt beschließen. Die Verwaltung wird beauftragt, alle nötigen Schritte vorzubereiten, damit der Bürgermeister anschließend den förmlichen Antrag beim Kultusministerium stellen kann. Geplant sind zunächst eine Übergangslösung (offener Ganztag an 3 Tagen, freiwillig) und langfristig ein Neubau mit Mensa und Küche. Die Investitionskosten für die dauerhafte Lösung werden grob auf 50.000 bis 500.000 Euro geschätzt, wovon die Gemeinde etwa die Hälfte trägt.
Der Spielplatz im Lütt Slurpad ist seit Monaten außer Betrieb: Alle Geräte sind demontiert, alte Pfosten und Fundamente ragen aus dem Boden, der Bereich ist mit Flatterband abgesperrt. Die Verwaltung bittet den Rat um eine Richtungsentscheidung zwischen drei Optionen: Fläche aufgeben, Neubau ab 2023 für bis zu 20.000 Euro oder sofortige Übergangslösung für rund 2.500 Euro. Der Verwaltungsausschuss hat bereits Option c) — die Übergangslösung — als Beschlussvorschlag empfohlen.
Der Rat soll Tina Franz als Beisitzerin in den Ausschuss für Kinder, Jugend, Familie und Senioren berufen. Franz ist erneut als Elternvertreterin im Kindergarten Lütt Insulaners tätig und soll in dieser Funktion den Ausschuss beratend ergänzen. Der Beschlussvorschlag sieht ihre formelle Ernennung durch den Rat vor.
Der Niedersächsische Landesrechnungshof hat 2021 eine landesweite Bestandserhebung zu Investitionsrückständen der niedersächsischen Kommunen durchgeführt und der Gemeinde Spiekeroog die Ergebnisse als Prüfungsmitteilung zugeleitet. Der ermittelte Gesamtrückstand beläuft sich auf rund 20,7 Mrd. Euro – das entspricht 2.586 Euro je Einwohner:in und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die Schwerpunkte liegen bei Straßen (28,8 %) und Schulen (27,2 %). Hauptursachen sind laut den befragten Kommunen fehlende Finanzmittel und fehlendes Personal.
Die Gemeinde Spiekeroog soll den Bebauungsplan Nr. 20 Hermann Lietz-Schule Spiekeroog sowie die 10. Änderung des Flächennutzungsplans aufstellen, um den Schulbetrieb und das Nationalpark-Haus planungsrechtlich abzusichern. Bisher gelten die betreffenden Grundstücke baurechtlich als Außenbereich, was keine gesicherte Grundlage für künftige Erweiterungen bietet. Die Planungskosten übernimmt die Hermann Lietz Schule gGmbH per städtebaulichem Vertrag. Der Rat soll den Aufstellungsbeschluss fassen.